Welt : Fritz Schröder: Kanzler will "in Privatheit" Grab des Vaters besuchen

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich erleichtert gezeigt, dass das Grab seines im Zweiten Weltkrieg gefallenen Vaters Fritz in Rumänien entdeckt worden ist. "Ich bin froh und berührt, endlich erfahren zu haben, wo genau das Grab meines Vaters liegt", sagte Schröder. Er kündigte an, das Grab im Ort Ceanu Mare in den Karpaten besuchen zu wollen. "Ich werde es bald besuchen - in der Privatheit, die mir dann hoffentlich zugestanden wird", sagte Schröder der "Bild"-Zeitung.

Wie das Blatt weiter berichtete, soll das Grab von Fritz Schröder, der am 4. Oktober 1944 als Obergefreiter der Wehrmacht gefallen war, umgebettet werden. Dies sehe ein 1997 geschlossenes Kriegsgräberabkommen zwischen Rumänien und Deutschland vor, demzufolge sämtliche kleineren Soldatengräber in dem Land auf Sammelfriedhöfen zusammengefasst werden sollen. Das Grab von Schröders Vater war aufgrund von Nachforschungen der Schwester des Bundeskanzlers in Rumänien entdeckt worden. Gunhild Kamp-Schröder hatte in der vergangenen Woche die Nachricht erhalten, dass ihr Vater in Ceanu Mare in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt sei.

Nach Angaben des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge können die Geschwister Schröder ihren Vater nach Deutschland verlegen lassen. Es sei grundsätzlich möglich, Kriegstote nach Deutschland zu überführen. "Unserer Auffassung nach sollten Gefallene aber im Land ihres Todes bestattet sein", sagte ein Sprecher des Bundes. In Rumänien gebe es acht wieder hergerichtete Friedhöfe, auf denen die Gräber der 35 000 dort gefallenen deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs zusammengefasst werden sollen. Derzeit fänden Umbettungen von kleineren Friedhöfen auf die zentralen Kriegsgräberstätten in Rumänien nur sporadisch statt, hieß es weiter. Rumänien sei kein Arbeitsschwerpunkt des Volksbunds. Fritz Schröder liege in Ceanu Mare auf einem sehr gut gepflegten Gemeindefriedhof. "An anderen Orten sind Umbettungen weitaus dringender."

Inzwischen meldeten sich auch zwei neu entdeckte Cousinen Gerhard Schröders aus Thüringen, die ihren prominenten Verwandten kennen lernen wollen. "Wir würden ihn gerne einladen, wenn er die Absicht hat, seine Cousinen kennen zu lernen", sagte Inge Siegel (57) aus Eisenach. "Wir müssen uns erst einmal beschnuppern." Schröders Schwester war bei den umfangreichen Recherchen nach ihrem Vater auch auf dessen Bruder Kurt und deren Töchter Inge Siegel und Heidelinde Munkewitz (59) gestoßen.

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