Welt : Fritz Schröder: Zweifel am Ort des Grabs in Rumänien

Das Grab des Kanzler-Vaters Fritz Schröder liegt nach rumänischen Angaben möglicherweise nicht wie bislang angenommen im Dorf Ceanu Mare. Der Historiker Gheorghe Bodea, Experte für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs in Rumänien, unterstützte dpa-Recherchen und örtliche Medienberichte, wonach das Rote Kreuz möglicherweise den alten Namen von Ceanu Mare versehentlich mit Pusztacsan angegeben hat. Ceanu Mare hieß damals in Wirklichkeit Mezönagycsan. Das damalige Pusztacsan heißt heute Ceanu Mic und liegt etwa 30 Kilometer westlich von Ceanu Mare. Fritz Schröder, Vater von Bundeskanzler Gerhard Schröder, war am 4. Oktober 1944 als Obergefreiter der Wehrmacht gefallen.

Unklar ist bislang, ob das Deutsche Rote Kreuz bei seinen Recherchen vom damals offiziellen Ortsnamen Pusztacsan ausgegangen ist. In diesem Fall könnte es zu einer Verwechselung zwischen Ceanu Mic und Ceanu Mare gekommen sein. In Ceanu Mare gibt es auf dem Kirchhof ein gepflegtes Grab unbekannter Soldaten. Nach Angaben von Lokaljournalisten liegt bei Ceanu Mic ein nicht gekennzeichnetes Massengrab deutscher Soldaten.

Bodea, Direktor des Nationalen Historischen Museums von Transilvanien in der siebenbürgischen Stadt Cluj, ist Vorsitzender eines Vereins für Kriegsgräberpflege. Er berichtete, dass die heftigsten Kämpfe zwischen Wehrmacht und der rumänischen Armee zum Zeitpunkt des Todesdatums von Fritz Schröder bei Ceanu Mic, wo auch das Massengrab liegen soll, stattgefunden haben.

Eine Sprecherin der Bundesregierung sagte, ihr Wissensstand sei nach wie vor der, dass das Grab von Fritz Schröder in dem Ort Ceanu Mare liege. Das Presseamt sehe die Sache als "Privat-Angelegenheit" des Kanzlers an. Schröder hatte angekündigt, das Grab seines Vaters besuchen zu wollen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar