• Fritzls Kinder wollen wieder in die Schule Inzestfall kommt im November vor Gericht

Welt : Fritzls Kinder wollen wieder in die Schule Inzestfall kommt im November vor Gericht

Wien - Drei der insgesamt sechs überlebenden Kinder des Inzesttäters Josef Fritzl wollen vier Monate nach der Aufdeckung des aufsehenerregenden Kriminalfalls jetzt wieder regelmäßig zur Schule gehen. Dies berichtete die Tageszeitung „Kurier“ am Samstag. Danach hätten die drei Kinder des 73-jährigen Josef Fritzl, die bis Ende April bei ihrem leiblichen Vater und dessen Frau (ihrer Großmutter) aufwuchsen, den Wunsch, wieder am normalen Schulleben teilzunehmen. Seit der Aufdeckung der Tat am 27. April hatten sie zusammen mit ihrer leiblichen Mutter und ihren drei „neuen“ Geschwistern unter psychologischer Betreuung in der Landesklinik von Amstetten in Niederösterreich gelebt.

Der Inzesttäter Josef Fritzl hat gestanden, seine heute 42 Jahre alte Tochter 24 Jahre lang in einem elektronisch gesicherten Kellerverlies gefangen gehalten und sie dort bis zu dreimal wöchentlich vergewaltigt zu haben. Als Ergebnis dieser brutalen Gewalt gebar seine Tochter sieben Kinder, von denen sechs überlebten. Drei dieser Kinder nahm Fritzl zu sich und zog sie mit seiner Frau auf. Die drei anderen Kinder mussten bis zu ihrer Befreiung bei der Mutter in dem Verlies bleiben.

Nach Angaben des „Kurier“ bedeutet die Wiedereinschulung der drei Kinder eine schwere Belastung für die betroffenen Schulen. „Bleibt nur zu hoffen, dass die Medien nicht zur Belastung werden“, zitiert der „Kurier“ einen der Schulleiter.

Der Prozess gegen Josef Fritzl, der sich möglicherweise wegen 3000-facher Vergewaltigung und Mordes durch unterlassene Hilfeleistung an einem seiner Kinder verantworten muss, wird vermutlich schon im November beginnen. Zum Schutz der Opfer dürfte der größte Teil der Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Fritzl ist weitgehend geständig. Wie der „Kurier“ am Samstag berichtete, weigert sich die Tochter inzwischen, sich von einer Psychologin untersuchen zu lassen. Damit wollte die Staatsanwaltschaft Anhaltspunkte erhalten, wie stark die Schäden durch die 24-jährige Gefangenschaft sind. dpa

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