Welt : Frühchen-Versorgung auch in kleinen Kliniken

Potsdam - Frühgeborene dürfen weiterhin auch in kleineren Krankenhäusern versorgt werden. Das hat das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg in Potsdam am Mittwoch entschieden. Das Gericht ist bundesweit für Streitfälle dieser Art zuständig, deshalb gilt das Urteil in ganz Deutschland. Mit der Entscheidung kippten die Richter einen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen. Dieser wollte die Frühchen-Behandlung nur noch in großen Kliniken mit mindestens 30 Fällen pro Jahr zulassen. Dagegen klagten mehr als 40 Kliniken.

Die Deutsche Kinderhilfe kommentierte, die Entscheidung werde „Menschenleben kosten“. Das Gericht bewerte „Gewinnerwartungen von Kliniken höher als die Überlebenschancen von Frühgeborenen“. Auch kleinere Häuser dürften damit „die hochkomplex zu versorgenden und höchste Anforderungen an das Personal stellenden Frühchen aufnehmen“. Mit einem Frühchen ließen sich bis zu 160 000 Euro verdienen. Anders als die großen Zentren könnten kleine Häuser aber nicht 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche die Qualität vorhalten, die Frühgeborene benötigten. Tsp/dpa

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