Welt : Früher Sommer

„Marion“ beschert Deutschland Sonne und 22 Grad

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Hamburg/Berlin (os/dpa). Strahlende Sonne lockte die Menschen am Sonntag ins Freie. Straßencafés, Wanderpfade und Parks waren überfüllt. Voll besetzt waren die Züge auf den Brocken im Harz, am Hamburger Elbestrand hockten sich die Menschen in den Sand, auf dem glitzernden Maschsee in Hannover unternahmen Pärchen erste Rudertouren. CabrioFahrer klappten ihre Dächer hoch. In Eisdielen waren besonders windgeschützte Sonnenplätze heiß begehrt. An der Isar in München zogen sich die Menschen sogar bereits völlig aus, um möglichst nahtlos braun zu werden. Überall flitzten Inline-Skater, Fahrradfahrer und Jogger an den Spaziergängern vorbei.

Nach dem Frühlingswetter am Sonntag erwarten die Meteorologen für Montag bis zu zwölf Sonnenstunden – bei Spitzentemperaturen von bis zu 21 Grad am Rhein. Im Norden bleibe es bei maximal 12 Grad deutlich kühler. „Am Rhein können es am Montag sogar 22 Grad werden“, sagt der Meteorologe Werner Seidel von Meteomedia. Reines Sommerwetter also – und das zum Frühlingsanfang. Hintergrund ist das Hoch „Marion“, das die Großwetterlage bestimmt. Es ist ein ausgesprochen stabiles Hoch, das die ganze Woche über das Wetter in Europa prägt. Dass es am Dienstag überwiegend bewölkt sein wird, liegt daran, dass an der Nordflanke des Hochs feuchte Luft zugeführt wird. Gegen Ende der Woche könnte es im Westen Deutschlands etwas ungemütlich werden, weil das Hoch nach Südosten wandert. Der Osten Deutschlands bleibt trocken und sonnig. Zu unbeschwert sollte man sich den Frühlingsgefühlen nach Warnungen von Meteorologen jedoch noch nicht hingeben. „Man muss jetzt auf die Parkbank mindestens noch eine dicke Sonntagszeitung drunter legen, wenn man sich setzen will“, sagte ein Mitarbeiter des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in München. Nachts sei noch Frost verbreitet, und aus Russland komme Kaltluft heran. Auf dem Feldberg liegt sogar noch Schnee. Erkältungen seien gerade jetzt keine Seltenheit. Außerdem belaste schwacher bis mäßiger Pollenflug viele Allergiker.

Die Höchsttemperaturen bewegen sich am Montag im Norden und Osten zwischen 10 bis 15 Grad, im übrigen Deutschland wird es 16 bis 20 Grad warm. Am Mittwoch und Donnerstag herrscht dann wieder überall Frühling pur.

Namen für Hochs fast ausverkauft

Meteorologen sind käuflich – zumindest bei der Taufe von Hochs und Tiefs. „Klaus“, „Helga“ oder „Muckel“: Thomas Dümmel vom Institut für Meteorologie der Freien Universität (FU) Berlin hat bereits 155 Namenspatenschaften verkauft. Ein Hoch kostet 299 Euro, Tiefs sind 100 Euro billiger. „Hochdruckgebiete haben ja auch eine viel höhere Lebensdauer“, erklärt Dümmel. Dadurch gebe es sie seltener. Jedes Jahr arbeiten sich die Meteorologen bei Tiefs fünf Mal durchs Alphabet, bei Hochs nur zwei Mal. Auch sind Hochdruckgebiete viel beliebter. „Männer kaufen Hochs als außergewöhnliches Liebesgeschenk“, sagt Dümmel. „Die wollen ihrer Frau das Blaue vom Himmel herunterholen – und keine Gewitterwolke.“ Wegen Sparmaßnahmen des Landes Berlin war das Institut auf die Idee gekommen, die Namen zu verkaufen. 34 000 Euro mussten aufgebracht werden, um die seit 1908 bestehende Wetterstation weiterzubetreiben.

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