Frühlingsanfang : Diese milde Luft

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Schon mal vormerken: Am 31. März wird die Uhr umgestellt. Schon mal üben, damit es nachher nicht wieder heißt, man habe ja nix gewusst und man wisse ohnehin nicht, in welche Richtung man umstellen muss: Die Uhr wird eine Stunde vorgestellt. Bedeutet: Die Tage werden länger, es bleibt länger hell, aaaah, herrlich. Das ist die eine gute Nachricht. Die andere ist, dass heute der 20. März ist. Am 20. März 2013 beginnt der Frühling. Der Schnee von gestern ist der Schnee von gestern. Heute ist Frühlingsanfang. Frühling! Frühling! Frühling! Veronika, der Lenz ist da, die Mädchen, und nicht nur die, singen tralala. Prima, prima, La Primavera. Endlich ist er da. Und lässt sein blaues Band durch die Lüfte flattern. Wieso eigentlich blau? Es grünt so grün, wenn die Gefühle erwachen und die Knospen bersten und die Säfte steigen. Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick, im Tale grünet Hoffnungsglück, der alte Winter, – der elende vermaledeite Schuft –, in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück. Da soll er auch bleiben. Heute, da der Frühling erwacht ist.

Und diese Luft. So mild, so liebreizend. Man kann jetzt wieder im Café sitzen, draußen, im Straßencafé. Man friert nicht mehr fest, kein Atem dampft mehr, keine Finger erstarren. Ach, es ist so wundertoll. Frühling ist’s draußen, die Pflanzen sprießen, die Vögel zwitschern ihre munteren Lieder.

Wann die leisen Bächlein rauschen, Säuseln durch die Blätter bebt, muss ich horchen, muss ich lauschen, ob die Liebste niederschwebt; Wann die Frühlingsvöglein singen, und die ganze Blumenflor nur ein Blühen ist und Klingen, singt und klingt und blüht er nur. Mit Dank entliehen von Ernst Moritz Arndt. Sie spüren es doch auch, nicht nur Mittfünfziger an der Schwelle zum Endfünfziger. Es ist Frühling, Frühling, Frühling. Frühling soll mit süßen Blicken mich entzücken und berücken, nicht nur Clemens Brentano. Uns alle. Männer, Frauen, Kinder, Alte, heut’ sind wir Mensch, heut’ dürfen wir es sein. Heute endlich, endlich kommen die dicken Wintersachen in den Schrank. Heute endlich, endlich werden die Pflanzen in die Blumenkästen auf dem Balkon gesetzt. Heute endlich, endlich, rollt es laut pfeifend mit dem Fahrrad durch den Tiergarten zur Arbeit, vom Eise befreit sind auch die Wege. Ein warmer Wind säuselt durch geöffnete Schlafzimmerfenster.

So. Genug geträumt. Aufstehen. Schnee schippen!Helmut Schümann

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