Welt : Führende Model-Agentur "Elite" im Zwielicht

Eine britische Fernsehreportage über sexuelle Nötigung und Drogenhandel in der Model-Branche hat erste Konsequenzen: Die in den USA und Europa operierende Model-Agentur Elite, eine der größten der Welt, gab am Freitag den Rücktritt von zwei führenden Managern bekannt. Bei den beiden Franzosen handelt es sich um den Europa-Chef von Elite, Gerald Marie, und den Veranstalter der jährlichen Nachwuchswettbewerbe der Agentur, Xavier Moreau. Den Skandal deckte der britische Fernsehsender BBC auf, der ein Jahr lang zwei Reporter mit versteckten Kameras die Model-Welt hinter den Kulissen beobachten ließ. Die Staatsanwaltschaft in Mailand leitete nach der BBC-Sendung Ermittlungen ein. Elite-Mitbegründer Gerald Marie, Ex-Ehemann des Topmodels Linda Evangelista, bot einer als Mannequin-Anwärterin getarnten BBC-Journalistin umgerechnet 450 Euro für sexuelle Beziehungen an. Einem männlichen BBC-Reporter vertraute er an, mit der Siegerin des nächsten Nachwuchs-Wettbewerbs ins Bett gehen zu wollen. Die jungen Bewerberinnen sind im Durchschnitt 15 bis 16 Jahre alt. Bei der in Paris gegründeten Elite, aber auch bei anderen Agenturen werden Models zudem zum Drogenkonsum veranlasst, berichteten Journalisten. Elite-Direktor John Casablanca hatte sogleich nach der BBC-Sendung am Donnerstag in einer öffentlichen Erklärung "aufrichtiges Bedauern" geäußert und sich bei den betroffenen Models und ihren Familien für die Vorkommnise entschuldigt. In der Reportage wurden vier führende Mitarbeiter belastet, die außer Linda Evangelista auch Star-Models wie Naomi Campbell und Cindy Crawford berühmt machte.

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