Welt : Fünf deutsche Buchenwälder Unesco-Welterbe

Paris/Berlin - Die Unesco hat fünf deutsche Buchenwälder zum Welterbe der Menschheit erklärt. Das Welterbekomitee stimmte am Samstag in Paris einem entsprechenden Antrag Deutschlands zu und würdigte damit die Einzigartigkeit der Wälder. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sprach von einem Erfolg für den Naturschutz in Deutschland.

Neben dem Grumsiner Forst in Brandenburg und dem Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen wurden der Nationalpark Jasmund auf Rügen, der Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern sowie der Nationalpark Hainich in Thüringen in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen und damit unter besonderen Schutz gestellt. Die Waldgebiete repräsentierten „die wertvollsten verbliebenen Reste großflächiger naturnaher Buchenbestände in Deutschland“, erklärte die deutsche Unesco-Kommission. Die deutschen Buchenwälder bilden nun gemeinsam mit den bereits seit 2007 zum Weltnaturerbe zählenden Buchenurwäldern in den Karpaten eine gemeinsame Stätte.

Vor 6500 Jahren bedeckten Buchenwälder noch 40 Prozent des heutigen Europa. Die Buchenurwälder in den Karpaten sind die letzten Überreste dieser Urwälder. Die deutschen Buchenwälder sind wesentlich jünger, nur wenige Teilregionen sind von menschlichem Einfluss weitgehend verschont geblieben. Der Wald im Nationalpark Hainich war über 40 Jahre militärisches Sperrgebiet und wurde kaum betreten, der Grumsiner Forst war Staatsjagdgebiet der DDR und wurde ebenfalls kaum angetastet.

Die fünf für die Welterbeliste ausgewählten deutschen Buchenwaldgebiete beherbergen laut Unesco zudem eine große Artenvielfalt. Buchenwälder mit einem hohem Anteil an alten Bäumen, stehendem sowie liegendem Totholz und natürlichen Höhlen seien ein idealer Lebensraum für Höhlenbrüter. AFP

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