Welt : Fünf Jahre Haft für Fernmeldetechniker

In der Korruptions-Affäre um den Bau des Terminals 2 des Frankfurter Flughafens hat das Landgericht am Montag einen Fernmeldetechniker zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Die Frankfurter Richter befanden den ehemaligen Mitarbeiter der Flughafen-Gesellschaft FAG wegen Bestechung in 21 Fällen sowie Betrugs und Untreue in fünf Fällen für schuldig. Nach Überzeugung des Gerichts hat der 53-Jährige mehrere Elektrofirmen bei der Auftragserteilung bevorzugt und dafür eine Million Mark an Schmiergeldern kassiert. Dadurch sei der FAG ein Schaden von rund 800 000 Mark entstanden. Der Terminal 2 war 1994 fertig gestellt worden.

Die Kammer lag mit ihrem Strafmaß über dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die vier Jahre und sechs Monate gefordert hatte. Die Verteidigung kündigte Revision gegen das Urteil an.

Die Schmiergeldzahlungen in Form von Bargeld und Sachleistungen wie Elektrogeräte und Urlaubreisen seien mit Hilfe von Scheinrechnungen über eigens gegründete Firmen abgerechnet worden, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Großmann. Der Prozess habe eindrucksvoll gezeigt, welche Manipulationen beim Terminalbau, der rund 2,5 Milliarden Mark gekostet habe, stattgefunden hätten. "Der Angeklagte stand im Zentrum des Korruptionssumpfes und der trage seinen Namen", sagte Großmann.

Wegen eines BGH-Urteils, nach dem FAG-Mitarbeiter keine Beamten sind, habe die Kammer den Angeklagten nur wegen Angestelltenbestechung verurteilen können. Damit seien von den ursprünglich 50 angeklagten Fällen über die Hälfte verjährt.

Mit dem Prozess sei die Korruptionsaffäre am Flughafen nahezu abgeschlossen, sagte Großmann. Es stehe lediglich noch ein Verfahren an. Insgesamt richteten sich die Ermittlungen gegen 200 Beschuldigte, davon 170 FAG-Mitarbeiter, die Bestechungsgelder in Millionen-Höhe kassiert haben sollen.

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