Welt : Fünf Wünsche für Afrika

Mehr Partnerschaft, weniger Projektitis.

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Kunst und Politik. Olafur Eliasson glaubt an Veränderung durch Engagement. Foto: pa/dpa
Kunst und Politik. Olafur Eliasson glaubt an Veränderung durch Engagement. Foto: pa/dpaFoto: picture-alliance/ dpa

Berlin - Fünf Blicke auf Afrika. Für die Entwicklungs-Lobbygruppe One haben ein Künstler, eine Journalistin, ein Unternehmensberater und zwei Entwicklungsexperten darüber nachgedacht, wie sie sich in den kommenden Jahren das Verhältnis zwischen Deutschland und Afrika vorstellen. Sie wollen mehr Partnerschaft sowie Unternehmer unterstützen – und wünschen sich mehr Glaubwürdigkeit von Deutschland.

Beate Wedekind, ehemalige Chefredakteurin von „Elle“ und „Bunte“ wusste schon mit acht Jahren, dass sie „Reporterin werden und nach Afrika wollte – unbedingt“. Die 62-Jährige beschreibt in ihrem Text anschaulich, was sie dazu getrieben hat, mit 25 Jahren als Entwicklungshelferin nach Äthiopien zu gehen. Es war die Zeit des „roten Terror“ des Diktators Mengistu. „Ich erlebte Verhaftungen und Erschießungen und die Auswirkungen einer der größten Hungersnöte der Weltgeschichte“, schreibt Wedekind. Inzwischen ist sie mit ihrem Unternehmen „The new Africa“ wieder in Äthiopien gelandet. Sie wünscht sich vor allem Unterstützung für die Unternehmer auf dem Kontinent.

Asfa-Wossen Asserate, ein äthiopisch-deutscher Unternehmensberater, hofft vor allem, dass Deutschland im Umgang mit afrikanischen Ländern nicht hinter seinen eigenen Werten zurückbleibt. Er nennt das das „Ende der Realpolitik“. Der isländisch-dänische Künstler Olafur Eliasson, der seit Jahren in Berlin lebt und arbeitet, wünscht sich zunächst einmal die zumindest sprachliche Überwindung der „ersten“ und der „dritten Welt“. „Entscheidend ist, dass Realität nichts Statisches, nichts Abstraktes ist, sondern sich durch Engagement verändern lässt“, schreibt Eliasson. „Ein Kunstwerk entsteht noch nicht, wenn man darüber nachdenkt: Die Welt berühren wir erst – in der Kunst oder in der Politik – wenn wir etwas tun“, führt er weiter aus. Und das gelte auch für eine neue Afrika-Politik.

Die Entwicklungsexperten Eckhard Deutscher, er war Vorsitzender des Entwicklungsausschusses der OECD, und Helmut Reisen, der ehemalige Forschungsdirektor des OECD-Entwicklungszentrums, hoffen vor allem auf eine europäischere Entwicklungspolitik. Weg von der Projektitis, wie Deutscher schreibt. Dagmar Dehmer

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