Welt : Für die Meteorologen beginnt der Frühling an diesem Mittwoch

Reh

Der Lenz kommt am Mittwoch, den ersten März - zumindest für die Meteorologen. Denn nach dem Kalender beginnt der Frühling erst am 20. März. Die Wetterexperten rechnen die Jahreszeiten aber in vollen Monaten. Deshalb endet der Winter für sie mit dem Februar. Der Meteorologen-Frühling umfasst demnach die Monate März, April und Mai.

Was allerdings nicht heißt, dass das Wetter sich nun auch gleich frühlingshaft zeigt. Im Gegenteil: Für die nächsten Tage sind Regen und zurückgehende Temperaturen angekündigt. Eis und Schnee sind noch nicht vorausgesagt, wären aber im März noch möglich, ebenso wie sommerlich warme Tage. Charakteristisch für diese Jahreszeit sind große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Ursachen dafür sind die noch winterlich kalte Atmosphäre und die schon intensive Strahlung der Sonne. Die Tage werden länger, bis am 20. März Tag und Nacht gleich lang sind.

Die ländliche Bevölkerung früherer Zeiten kannte den Begriff Frühling überhaupt nicht. Für sie gab es nur eine fruchtbare und eine unfruchtbare Jahreszeit, Sommer und Winter. Das wohl älteste deutsche Wort für Frühling ist Lenz, vom althochdeutschen "lenzo". Es bezeichnet "die Zeit, in der lange Tage sind", oder "die Zeit, in der die Tage länger werden".

Mit Frühling verbinden wir Menschen meist auch die dazugehörigen Frühlingsgefühle. Doch nicht nur Menschen, sondern auch viele Tiere regt der Frühling zu besonderen Liebesgefühlen an. Nicht alle entwickeln allerdings zuverlässig im Frühjahr ihr Paarungsverhalten - einige kommen erst im Herbst in Hochstimmung. "Kaninchen haben im Februar und März Frühlingsgefühle, wenn das erste frische Gras sprießt, Pferde beginnen ebenfalls bei länger werdenden Tagen zu "rossen". Dagegen gehen Schafe und Ziegen im Herbst auf Partnersuche", sagt Prof. Siegfried Glatzel von der Tierklinik der Freien Universität Berlin.

Auch Rehwild werde im Herbst läufig. Tiere, die im Frühjahr geboren werden, gedeihen gut, weil sie noch die gesamte Vegetationsperiode vor sich haben, erläuterte der Wissenschaftler. "Die unterschiedlichen Sexualzyklen hängen mit hormonellen Veränderungen zusammen", sagte Glatzel. Unter anderem regen Lichteinfluss, Futter und Umgebungstemperatur die Hormonausschüttung an - oder bremsen sie. "Zwischendurch ruht der Sexualzyklus. Die Tiere benehmen sich so, als seien sie geschlechtsneutral." Die natürlichen Zyklen hätten Haus- und Nutztiere jedoch weitgehend verloren. Durch die Domestizierung und Stallhaltung würden sie das ganze Jahr über auf Sexualpartner anspringen. "Hühner leben das ganze Jahr über im warmen Stall und legen rund um die Uhr Eier", sagt Glatzel. "Würden sie frei leben, würden Hühner nur im Frühjahr Eier legen."

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