Welt : Für die WHO wird der Tabak zur Katastrophe

PEKING .Die Chefin der Weltgesundheits-Organisation WHO, Gro Harlem Brundtland, hat von der Volksrepublik China größere Anstrengungen gegen das Rauchen gefordert.Vor Studenten der renommierten Quinghua-Universität in Peking lobte die frühere norwegische Regierungschefin die Entscheidung, den Campus zur "Nichtraucherzone" zu erklären.Auch die Schritte der Regierung, Rauchverbote in verschiedenen Städten anzuordnen und die Tabakwerbung einzuschränken, seien Schritte in die richtige Richtung, sagte Brundtland.

Die Folgen des Rauchens werden nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur größten gesundheitlichen Katastrophe der Menschheit.Allein in diesem Jahr würden an den Folgen des Tabakgenusses 3,5 Millionen Menschen sterben, sagte WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland am Sonntag bei ihrem Vortrag.WHO erwarte, daß sich diese Zahl im kommenden Jahrhundert auf zehn Millionen verdreifache.Am schlimmsten betroffen von dieser Katastrophe sei China.Dort sei mit zwei Millionen Rauchertoten im Jahr zu rechnen.

"Chinas Anteil an dieser Tragödie könnte gewaltig sein", sagte die WHO-Generaldirektorin.Bereits heute seien die meisten Opfer in China zu beklagen, das Land habe bei diesem traurigen Rekord erst vor kurzem die USA überholt.Zwei Drittel der chinesischen Männer sind Raucher, bevor sie ihr 25.Lebensjahr erreichen.Wenn die derzeitigen Rauchgewohnheiten dort anhalten, werden rund 100 Millionen der derzeit 300 Millionen Männer unter 30 an den Folgen des Rauchens sterben, wie eine Studie des "British Medical Journal" zeigt.Um generell gegen das Rauchen vorzugehen, forderte Brundtland höhere Tabaksteuern, ein Werbeverbot für Zigaretten und die Bekämpfung von Schmuggel.

In den USA wird, wie bereits berichtetet, an diesem Montag mit einer Unterzeichnung des Milliarden-Vergleichs zwischen der Zigarettenindustrie und den Bundesstaaten gerechnet.206 Milliarden Dollar, etwa 350 Milliarden Mark, zahlen die fünf größten Zigarettenhersteller verteilt über die nächsten 25 Jahre für die Behandlungskosten von Raucherkrankheiten an 46 Bundesstaaten.

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