Fulda : Weitere Menschen an Salmonellen erkrankt

Seit Beginn der Salmonellen-Epedemie in Fulda sind 233 Menschen an dem Bakterium erkrankt, drei sind bereits gestorben. Nach dem Infektionsherd wird weiterhin fieberhaft gesucht.

Fulda - Die Zahl der an Salmonellen erkrankten Menschen in Fulda ist auch am Wochenende gestiegen. Am Sonntag kamen fünf weitere Salmonellen-Fälle hinzu, wie das Klinikum der Stadt berichtete. Am Samstag hatten Tests bei neun Patienten und Mitarbeitern die Bakterien nachgewiesen. Allerdings werden jeden Tag immer weniger neu Infizierte registriert. Das hessische Sozialministerium empfahl zusammen mit dem Robert-Koch-Institut, alle Mitarbeiter des Klinikums auf Salmonellen zu untersuchen. Dies teilte Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) am Abend mit.

Inzwischen sind am Klinikum 233 Menschen erkrankt, insgesamt 145 Patienten und 88 Mitarbeiter. Im benachbarten Altenheim hat es unterdessen keine weitere Verschärfung der Lage gegeben. Dort waren beim ersten Ausbruch der Infektion Ende April 23 Bewohner und Mitarbeiter erkrankt.

Infektionsherd noch immer unbekannt

Die Suche nach der Ursache der Epidemie blieb weiterhin erfolglos. Der Infektionsherd sei noch nicht gefunden, sagte Klinikum-Sprecher Stefan Burkard. Inzwischen hat auch die Staatsanwaltschaft Vorermittlungen aufgenommen.

In dem Seniorenzentrum war eine Frau an den Salmonellen gestorben. Am Klinikum selbst starben zwei ältere Patientinnen an den Folgen der Epidemie - bei einer Frau führten die Salmonellen in Verbindung mit anderen Krankheiten zum Tod, bei der zweiten geht der Tod direkt auf die Salmonellen zurück. Zwei weitere Menschen aus dem Klinikum und drei aus dem Altenheim waren ebenfalls mit Salmonellen im Körper gestorben, hier gibt es aber jeweils andere Todesursachen.

Salmonellen "leicht in den Griff zu kriegen"

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) kritisierte unterdessen die Klinik. Einer solchen Epidemie "muss man schneller auf die Spur kommen", sagte der Sprecher der Gesellschaft, Klaus-Dieter Zastrow, der "Frankfurter Rundschau". Salmonelleninfektionen seien "klar lebensmittelbedingt" und "leicht in den Griff" zu bekommen.

Alle mit Speisen befassten Mitarbeitern müssten nach Zastrows Worten untersucht werden. Wenn dennoch weiter Infektionen aufträten, "dann bleibt eigentlich nur noch Sabotage" als Ursache. Die Klinikleitung werde sich an den Spekulationen um Sabotage nicht beteiligen, betonte Sprecher Burkard. "Wir wollen jetzt Daten, Zahlen und Fakten, um das möglichst schnell aus dem Weg zu räumen."

Küche und Cafeteria der Klinik sind bereits seit Mittwoch geschlossen, das Krankenhaus wird von auswärtigen Unternehmen mit Mahlzeiten beliefert. Erste ausgewertete Lebensmittelproben seien negativ. "Mit dem endgültigen Ergebnis der Lebensmitteluntersuchungen rechnen wir am Montag."

Zahlreiche Experten vor Ort

Im Klinikum findet derzeit eine umfangreiche Befragung von erkrankten und nicht infizierten Patienten und Mitarbeitern statt - dafür hat das Gesundheitsamt weitere 40 Mitarbeiter mobilisiert.

Sozialministerin Lautenschläger sagte der dpa, die "gesamte hessen- und deutschlandweite Kompetenz" sei in Fulda gebündelt, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Vor Ort seien fünf Seuchen- und Infektionsexperten aus dem Landesamt. Außerdem seien das Robert-Koch-Institut und das Bundesamt für Risikobewertung präsent. "Das Klinikum muss die Empfehlungen der Spezialisten nun konsequent umsetzen", hieß es. (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben