Gammelfleisch : Neue Funde in Gotha

Die Serie von Gammelfleisch-Funden reißt nicht ab: Im Landkreis Gotha wurden größere Mengen von tiefgefrorenem Fleisch und Fleischerzeugnissen entdeckt, die überlagert und verdorben waren.

Erfurt/Gotha - Wie das Thüringer Sozialministerium in Erfurt mitteilte, machten Mitarbeiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes den Fund bei der Kontrolle eines Betriebes in einem Tiefkühllager. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um Fleisch, das frisch nicht verkäuflich war und kurz vor dem endgültigen Verderben eingefroren wurde.

Eine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, teilte das Ministerium mit. Auch bestehe kein Zusammenhang mit den Gammelfleisch-Fällen in Bayern und anderen Bundesländern. Die Kontrolle in dem Betrieb ist den Angaben zufolge noch nicht abgeschlossen. Das betroffene Tiefkühllager wurde gesperrt. Zudem wurden die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und die amtlichen Kontrollen in Thüringen noch einmal verstärkt.

Nicht für den Verkauf vorgesehen?

Der Kühlhaus-Betreiber beteuert, das betroffene Fleisch sei für die Vernichtung und nicht für den Verkauf vorgesehen gewesen. Auch das Veterinäramt Gotha habe bestätigt, dass die Ware "nie und nimmer für den Verkauf zur Verfügung gestanden habe und damit eine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung selbstverständlich nicht gegeben war", sagte der Geschäftsführer der Edeka-Hessenring Gruppe, Hans-Richard Schneeweiß, im MDR 1 Radio Thüringen. Bei der Lagerung von zur Vernichtung vorgesehenen Fleischwaren sei es durchaus üblich, die Ware zu frosten, um die mikrobiologische Zersetzung zu stoppen. Warum in Gotha diese Fleisch-Menge angefallen sei und nicht zeitnah entsorgt wurde, wisse er nicht, sagte er weiter. Sein Unternehmen werde daher die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft intensiv unterstützen.

Nach einem Fund von abgelaufenem Fleisch am Donnerstag im schleswig-holsteinischen Rellingen teilte die Staatsanwaltschaft Itzehoe mit, dass rund 150 Kilo Fleisch beschlagnahmt wurden, bei dem das Haltbarkeitsdatum zwischen sechs Wochen und elf Monaten überschritten war. Verdorben war es jedoch nicht. Zudem seien 1500 Kilo Fleisch sichergestellt worden, das aufgrund der Hackfleischverordnung in dem Betrieb nicht verarbeitet werden durfte. Hinweise auf eine Umetikettierung gebe es aber nicht. Die Behörden ermitteln wegen Verstoßes gegen das Lebens- und Tiermittelgesetz und gegen die Hackfleischverordnung. (tso/AFP)

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