Ganze Gebiete in New York evakuiert : "Bounty" in Seenot

Dramatische Szenen spielten sich am Montag vor der Küste von North Carolina ab. Durch den Supersturm "Sandy" war der Dreimaster "Bounty" in Seenot geraten. Mit Hubschraubern konnten 14 von 16 Crew-Mitgliedern gerettet werden.

In Seenot. Die „HMS Bounty“ ist ein Nachbau des legendären Schiffs. Foto: dapd
In Seenot. Die „HMS Bounty“ ist ein Nachbau des legendären Schiffs. Foto: dapdFoto: dapd

Mit meterhohen Flutwellen sollte „Sandy“ in der vergangenen Nacht über die dicht besiedelte Region an der Ostküste der USA hereinbrechen. In New York kam das öffentliche Leben zum Stillstand. US-Präsident Barack Obama sagte Wahlkampftermine ab, um die Vorbereitungen zu beaufsichtigen. In New York ordneten die Behörden an, 375 000 Menschen aus tiefer gelegenen Gebieten in Sicherheit zu bringen. Für die Busse, U-Bahnen und Vorortzüge der Metropole, die sonst rund um die Uhr unterwegs sind, wurde ein Fahrverbot verhängt. Am Montag blieb das Hauptquartier der UN ebenso geschlossen wie die New Yorker Börse. Womöglich werde die Wall Street auch am Dienstag geschlossen bleiben, teilte der Betreiber NYSE Euronext mit.

In zehn Bundesstaaten und in der US-Hauptstadt wurde der Notstand ausgerufen. In Washington konnten die Regierungsmitarbeiter zu Hause bleiben. Für zwei Millionen Kinder in sieben Bundesstaaten fiel der Unterricht aus.

Die Fluggesellschaften strichen knapp 9000 Flüge, auch zahlreiche Transatlantikverbindungen waren betroffen. Auf Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main wurden wegen „Sandy“ bis Montagmittag zwölf Flüge gestrichen. Betroffen waren laut Flughafen-Betreiber Fraport allein vier Verbindungen nach New York.

Vorboten von „Sandy“ bekam der Dreimaster „HMS Bounty“ zu spüren, der vor North Carolina in Seenot geriet. Alle Besatzungsmitglieder des Nachbaus des legendären Schiffs aus dem 18. Jahrhundert seien am Montag mit Überlebensanzügen und Rettungswesten in zwei Rettungsboote gestiegen, teilte die US-Küstenwache mit. Bei einer Rettungsaktion mit zwei Hubschraubern wurden zunächst 14 von ihnen gerettet, zwei weitere Besatzungsmitglieder wurden vermisst.

Neben Starkregen und Überschwemmungen warnten Meteorologen auch vor massiven Schneefällen in höheren Lagen. „Sandy“ dürfte demnach bis nach Ohio – also weit ins Landesinnere hinein – Verwüstungen anrichten. AFP

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