Welt : Gartenmöbel: Lounge statt Liegestuhl

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Die Terrassentür auf und raus aus dem Wintermief: Der Frühling kommt und damit die langen Stunden im Garten oder auf dem Balkon. Dort soll es genauso gemütlich sein wie drinnen. Designer stellen daher vermehrt einst klassische Wohnraummöbel ins Grüne.

Immer mehr Firmen bieten opulente Sofas, breite Liegen und Loungemöbel für draußen an. „Der Trend geht zum Wohnzimmer im Freien – egal bei welcher Witterung“, sagt die Trendexpertin Henriette Preiß von der Kölnmesse. Garten, Balkon und Terrasse werden mit immer hochwertigeren Möbeln ausgestattet. „Diese Modelle lassen sich dank innovativer Hightechmaterialien ganzjährig nutzen“, sagt Preiß. Die Gewebe seien wasserabweisend, schimmelresistent und leicht zu reinigen.

Wie die Möbel fürs Haus werden auch Gartenmöbel neuerdings von den Herstellern mit Gebrauchsspuren, Rissen und Unebenheiten versehen, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef bei Bonn. Frei nach dem Motto „Zurück zur Natur“. Laut den Trendanalysen der Kölnmesse dominieren Weiß sowie eine Vielzahl an Beige- und Brauntönen die Farbpalette. Akzente würden Kissen, Kerzen und Leuchten setzen. Das Spiel der Designer mit Gegensätzen zeigt sich auch in einem Mix der Materialien. Gefragt seien vor allem Kombinationen aus Edelstahl, Holz und Textilien, sagt Geismann. Weiterhin beliebt bleiben auch Geflechtmöbel aus Rattan oder Kunststoff. Neu sind hier laut Messe- Trendbericht Kombinationen von zwei oder gar drei Farben sowie Lackierungen in schimmernden Metallictönen wie Bronze und Kupfer.

Selbst auf kleinstem Raum wollten Freiluftfanatiker größtmöglichen Komfort haben, sagt Henriette Preiß: „Schöne, teure Möbel gehören heute auch zur Grundausstattung eines Balkons.“ Grund dafür sei die wachsende Zahl gut Verdienender, die in einer Wohnung und nicht in einem Haus wohnen. Für sie kreierten die Unternehmen designorientierte Gestaltungskonzepte, die den begrenzten Platz nutzen. „Bei großen Gärten kann man Möbel in nahezu beliebiger Menge und Größe kaufen. Bei engen Balkonen muss vorab der Stellplatz berechnet werden“, rät Möbelexpertin Doris Haselmann, die für die Stiftung Warentest ein Buch über Möbelkauf geschrieben hat.

Für einen Stuhl sollte man eine Stellfläche von 50 mal 65 Zentimetern plus 20 bis 30 Zentimeter fürs Wegschieben beim Aufstehen einplanen. Auch für Stühle an einem Tisch sollte man 20 Zentimeter Bewegungsfreiheit nach hinten bedenken. Wer nur für ein Glas Wein oder den Morgenkaffee auf dem Balkon sitze, dem könne ein Bistrotisch reichen. Wer dort aber richtig essen will, sollte einen Tisch mit mindestens einem Meter Durchmesser einplanen.

Neben der guten Planung rät Haselmann beim Kauf auch auf Stabilität zu achten: „Nicht alles, was gut aussieht, muss von guter Qualität sein.“ So manche Kunststoffrückenlehne biege sich beim Sitzen durch, Armlehnen ließen sich zur Seite wegdrücken. Im schlimmsten Fall würden sogar Tisch- und Stuhlbeine bei Belastung nachgeben. Geachtet werden sollte etwa auf das GS-Sicherheitszeichen, das auf Stabilität, Tragfähigkeit und mögliche Klemmstellen geprüfte Möbel kennzeichnet.Stephanie Hoenig, dpa

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