Welt : Geben und nehmen

Schwarze Löcher sind nach Beobachtungen Tübinger Astronomen keine kosmischen Einbahnstraßen. Die alles verschlingenden Monster können demnach Energie wieder ausspucken, indem sie wie eine Art Dynamo rotieren und damit die umgebenen Materiewolken aufheizen. Ein solches Beispiel hat das internationale Team um Jörn Wilms mit dem Satelliten-Röntgenteleskop XMM-Newton der Europäischen Raumfahrtagentur ESA entdeckt, teilte die Universität Tübingen am Dienstag mit. "Mit den genauen Messungen von XMM-Newton haben wir etwas entdeckt, was bisher niemals an einem Schwarzen Loch beobachtet wurde", sagte Wilms.

Aus einem Schwarzen Loch gibt es kein Entrinnen. Nicht einmal Lichtstrahlen entkommen seiner gigantischen Anziehungskraft. Schwarze Löcher sind daher nicht direkt zu beobachten, sondern verraten sich nur durch das letzte, helle Aufleuchten der Materie, die in sie hineinstürzt.

In der Galaxie befindet sich den Astronomen zufolge ein Schwarzes Loch, in dem rund 100 Millionen Sonnen-Massen zusammengepresst sind. Viele Galaxien haben solche massereichen Schwarzen Löcher in ihrer Mitte, so auch unsere Milchstraße.

Die Strahlung der sterbenden Materie in MCG-6-30-15 ist allerdings viel zu hell, so dass die Umgebung des Schwarzen Lochs zusätzlich aufgeheizt werden muss. Für diese Heizung sorgt den Astronomen zufolge das Schwarze Loch, das als "kosmischer Dynamo" in einem starken Magnetfeld rotiert. Dabei wird es gebremst, und diese Bremsenergie heizt die umgebende Materie. Die Beobachtungen stützen eine mehr als 25 Jahre alte Theorie.

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