Geburtenrate : Mehr Kinder in reicheren Ländern

Ab einem bestimmten Grad ökonomischer Entwicklung steigt die Geburtenrate wieder an. Das fanden Wissenschaftler der Universität Penssylvania jetzt in einer Studie für das englische Magazin „Nature“ heraus.

Sie relativierten damit die weltweit gängige These, dass mit zunehmendem Reichtum weniger Kinder geboren würden.

Entscheidend sei der „Human Development Index“ (HDI), der sich aus Wirtschaftskraft, Lebenserwartung und Bildungsgrad der Einwohner eines Landes berechnet. Erreiche der einen äußerst hohen Wert von deutlich über 0,9, nähme die Gebärfreudigkeit der Menschen langsam, aber kontinuierlich zu. In Deutschland liegt der HDI dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zufolge bei 0,940. Das ist noch zuwenig.

Realistische Chancen auf einen „Babyboom“ spricht das Team um den Soziologen Hans-Peter Kohler jedoch nur wenigen Staaten aus: Angesichts zahlreicher kinderarmer Jahrgänge und einer schwierigen wirtschaftlichen Lage lasse sich eine drohende Überalterung der Gesellschaft vielerorts bestenfalls hinauszögern. In den USA und den Niederlanden hingegen sei ein leichter Geburtenzuwachs bereits erkennbar. Es empfehle sich folglich allemal, in Bildung, Gesundheit und Arbeitsplätze zu investieren.

Industrieländer warnen seit langem vor einem irreversiblen Bevölkerungsrückgang, Politiker bemühen sich nach Kräften, die heimischen Geburtenraten anzufachen. Erst kürzlich deklarierte eine Brüsseler Statistik die Deutschen als EU-weites Schlusslicht beim Kinderkriegen, gemessen am Verhältnis von Kindern pro Einwohner. Für ihre Untersuchungen analysierten die Forscher Daten aus 24 Ländern und 30 Jahren. (mch)

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