Welt : Gedenken an Columbine

Das Schulmassaker jährt sich zum zehnten Mal

Denver - 13 Tote, 24 Verletzte, 2 Selbstmorde: Der Amoklauf an der Columbine High School war das bis dahin folgenschwerste Schulmassaker in den USA. Am Montag ist im US-Bundesstaat Colorado des zehnten Jahrestages des Amoklaufs gedacht worden. Angehörige der Todesopfer und Vertreter der Behörden versammelten sich in dem Städtchen Littleton, um an das Massaker zu erinnern, das der 18-jährige Eric Harris und der ein Jahr jüngere Dylan Klebold am 20. April 1999 verübt hatten.

Der Gouverneur von Colorado, Bill Ritter, sagte im Vorfeld des Jahrestages: „Die Menschen erinnern sich genau, wo sie an diesem Tag von der Tragödie erfahren haben.“ Diese Erinnerung werde immer bleiben. Der Tod der zwölf Schüler und eines Lehrers bedeute einen „gewaltigen Unschuldsverlust in Amerika“. Die Familien der Opfer „bleiben in unseren Gedanken und Gebeten“. Im gesamten Bundesstaat wurden die Fahnen an öffentlichen Gebäuden am Montag auf halbmast gesetzt. Bereits am Vorabend hatten sich hunderte Betroffene zu einer Mahnwache an der Columbine-Gedenkstätte versammelt.

Die Schulbücherei, in der die meisten Opfer starben, ist inzwischen abgerissen und neu aufgebaut. Vor zwei Jahren wurde auf dem Schulgelände ein Mahnmal eingeweiht, das an die Opfer erinnert.

Der Amoklauf löste eine Diskussion über die Waffengesetze in den USA aus. In den meisten der 50 US-Bundesstaaten können Erwachsene Schusswaffen bis hin zu halbautomatischen Sturmgewehren fast ohne Einschränkung im Laden kaufen. Jedes Jahr sterben in den USA etwa 30 000 Menschen durch Schusswaffen, 40 Prozent sind Tötungsdelikte, der Rest Selbstmorde. Mehr US-Bürger werden im eigenen Land erschossen als bei Kriegseinsätzen im Ausland. Etwa 45 Prozent der US-Haushalte besitzen Waffen, die Besitzer sind ein wichtiges Wählerlager. AFP

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