Gedenktag : Vergiss-Mein-Nicht gegen das Vergessen

Zum internationalen "Tag der vermissten Kinder" sind tausende Stoffblumen verteilt worden, um an das Schicksal spurlos Verschwundener zu erinnern. 1177 vermisste Jugendliche sind bisher erfasst.

Hamburg/London - "Dies soll ein internationales Symbol werden wie die rote Aids-Schleife", sagte Carl Bruhns von der "Elterniniative vermisste Kinder". In Deutschland werden nach Angaben des Bundeskriminalamtes derzeit 1653 Kinder und Jugendliche vermisst. In der Datei "Vermisste/Unbekannte Tote" sind beim BKA 476 Kinder unter 14 Jahren und 1177 Jugendliche unter 18 Jahren erfasst (Stand: 1. April 2007). Es handelt sich dabei um Minderjährige, die einem Unglück oder einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind, einfach von zu Hause ausgerissen sind oder von einem Elternteil verschleppt wurden. Der älteste Fall in der Kartei des BKA ist eine männliche Person aus Baden-Württemberg: Sie wird seit dem 1. Mai 1957 vermisst.

In Deutschland verschwinden jeden Monat sechs bis acht Kinder

Vor zehn Jahren suchten Eltern in Deutschland erstmals organisiert per Internet nach vermissten Kindern. Die von ihnen gegründete "Elterninitiative vermisste Kinder" (EvK) schloss sich 2001 der "European Federation for Missing and Sexually Exploited Children" an, um die Suche auch international führen zu können. Von 1997 bis 2007 wurden immerhin 49 Kinder, davon 40 aus Deutschland, mit Hilfe des Vereins wiedergefunden. Seit 2003 veranstaltet der Verein bundesweit alljährlich einen "Tag der vermissten Kinder".

Nach Angaben der Kinderkommission des Bundestages verschwinden jeden Monat in Deutschland sechs bis acht Kinder spurlos. Von August 2007 an soll es eine EU-weite Rufnummer (116000) für vermisste Kinder geben. In London wurde anlässlich des Gedenktages in der Nacht zum Freitag ein Bild der vor drei Wochen in Portugal entführten Madeleine an den Torbogen Marble Arch projiziert. (tso/dpa)

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