Gefängnisse : Etwa 3000 Deutsche weltweit inhaftiert

Nacktbaden, den König beleidigen, Drogenschmuggel: Die Gründe, warum Deutsche in anderen Ländern im Gefängnis sitzen, sind vielfältig. Die meisten auswärtig inhaftierten Bundesbürger gibt es übrigens in Spanien.

BerlinMehr als 3000 Bundesbürger sitzen derzeit in ausländischen Gefängnissen eine Strafe ab. Die weitaus meisten davon sind in beliebten Urlaubsländern inhaftiert. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes ist Spanien mit knapp 600 deutschen Gefangenen mit Abstand "Spitzenreiter". Allein in Madrid verbüßen derzeit 250 Deutsche eine Strafe, in Barcelona 160 und in Sevilla über 120. Auf Mallorca sind etwa 30 und auf den Kanarischen Inseln 18 Bundesbürger in Haft. In italienischen Haftanstalten sitzen landesweit derzeit 110 Deutsche ein, in Griechenland 70 und in der Türkei knapp 50.

Außerhalb Europas verbüßen die meisten Deutschen (rund 220) in US- Gefängnissen eine Haftstrafe. Knapp 130 Deutsche wurden zuletzt in thailändischen Haftanstalten gezählt, in Gefängnissen in China 17 und in Australien zwölf.

Festgenommene dürfen Botschaft verständigen

In überdurchschnittlich vielen Fällen sitzen die Deutschen wegen Drogendelikten ein. Zudem machen sich vor allem Urlauber häufig mit Vergehen schuldig, die in Deutschland nicht geahndet werden. So werden in Thailand immer wieder Ausländer wegen abfälliger Bemerkungen über das Königshaus ins Gefängnis gesteckt. Auch Nacktbaden wird dort hart verfolgt. In der Türkei landen deutsche Souvenirjäger bei Verstößen gegen die Ausfuhr von echten oder vermeintlichen Antiquitäten immer wieder im Gefängnis. In den USA droht in einigen Bundesstaaten auch bei groben Verkehrsdelikten eine Haftstrafe.

Nach dem Wiener Abkommen über konsularische Beziehungen haben Festgenommene das Recht, die zuständige deutsche Vertretung einzuschalten. Konsularbeamte dürfen inhaftierte Landsleute aufsuchen und für ihren rechtlichen Beistand sorgen. Die Prozessvorbereitung und -durchführung ist dagegen Sache eines Anwalts, den Beschuldigte selbst bezahlen müssen. In einigen Ländern wie Spanien können Bundesbürger auf Antrag eine Reststrafe in Deutschland absitzen. (svo/dpa)

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