Gefangen im Sessellift : Brennender Geldschein rettet Snowboarder

Dominik Podolsky saß im Dunkeln im Sessellift gefangen und war am Erfrieren – da hatte er eine Idee.

Kaltenbach - Stundenlang hat Dominik Podolsky geschrien, bis er nur noch krächzen konnte. Der Ausflug des 22-jährigen Münchners am Samstag ins Hochzillertal in Tirol hätte ihn beinahe das Leben gekostet. Sechs Stunden saß er bei minus 18 Grad gefangen in einem Sessellift. „Sehr viel länger hätte ich wohl nicht überlebt“, sagte er am Sonntag ddp. Die Betreiber hatten die „Sonnenjet“-Bahn in Kaltenbach um kurz nach 16 Uhr abgeschaltet – Feierabend. Dass Podolsky zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Weg nach unten war, bemerkte niemand. Nach Angaben des Bergbahn-Geschäftsführers Heinz Schulz hätte der Mann gar nicht in den Lift einsteigen dürfen. An der Bergstation gebe es Absperrungen und Verbotsschilder, sagte Schulz. Für die Talfahrt sei der Sessellift gar nicht zugelassen. „Er hat widerrechtlich die Seilbahn betreten.“ Doch der Snowboard-Anfänger hatte sich an seinem ersten Tag auf dem Brett die Pistenabfahrt nicht zugetraut und wollte deshalb den vermeintlich sicheren Sessellift nehmen. Er stieg einfach ein. Plötzlich stoppte die Bahn. In zwölf Metern Höhe pendelte der Sessellift aus – dann rührte sich nichts mehr. Podolsky begann zu rufen. Einige Skifahrer wedelten noch auf der Piste nach unten – doch sie hörten ihn nicht. Sein Handy hatte er nicht dabei. Dann brach die Dunkelheit herein, die Kälte wurde immer beißender.

Immer wieder fuhren auch Pistenraupen vorbei, um das Skigebiet für den nächsten Tag zu präparieren. Doch der Lärm der Motoren war zu laut. Schließlich kam er auf die rettende Idee: Acht Geldscheine hatte der 22-Jährige dabei. Und immer, wenn er wieder eine Pistenraupe hörte, zündete er mit seinem Feuerzeug einen der Scheine an, in der Hoffnung, dass jemand den schwachen Lichtschein bemerken würde.

Das Wunder geschah tatsächlich. Den letzten brennenden Zehn-Euro-Schein sah der Fahrer einer solchen Pistenraupe. „Er hielt an, drehte den Suchscheinwerfer nach oben und leuchtete mich an.“ Eine halbe Stunde später war er gerettet. ddp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben