Gefangenschaft : Fall Kampusch wirft weiterhin Fragen auf

Die Entführung der Natascha Kampusch beschäftigt die österrreichische Justiz nach wie vor. Ein Vernehmungsprotokoll wirft Fragen auf.

Eine amtliche Sonderkommission hat den Behörden empfohlen, im Fall Kampusch noch weiter zu ermitteln. Es seien noch einige Fragen in dem Fall offen, sagte der Leiter der Kommission und ehemalige Präsident des Verfassungsgerichtshofs, Ludwig Adamovich, wie die Nachrichtenagentur APA mitteilte.

Kampusch sei während ihrer Gefangenschaft gelegentlich draußen gewesen, daher müsse zum Beispiel hinterfragt werden, zu welchen Menschen sie Kontakt hatte. Auch seien die Umstände der Entführung und technische Fragen im Zusammenhang mit dem Verlies, in dem die heute 21-Jährige rund acht Jahre leben musste, noch nicht vollständig geklärt.

Seit Ermittlungsbeginn gibt es Vermutungen, dass es Mitwisser oder Mittäter gegeben haben könnte. Sogar von Erpressung ist die Rede. Das Bundeskriminalamt hatte vor wenigen Tagen Einsicht in ein Vernehmungsprotokoll von Kampusch erhalten, das von der Wiener Staatsanwaltschaft aus Sorge vor einer Weitergabe an die Öffentlichkeit unter Verschluss gehalten wird. Details darüber, welche Fragen genau durch das Protokoll aufgeworfen würden, nannte Adamovich nicht.

Natascha Kampusch war 1998 im Alter von zehn Jahren in Wien auf dem Schulweg entführt und jahrelang in einem Kellerverlies in Strasshof in Niederösterreich gefangen gehalten worden. Im August 2006 gelang ihr die Flucht, der Entführer nahm sich das Leben.
 

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, aku

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