Welt : Geiselnahme: Protokoll einer Flucht

Dienstag, 18.33 Uhr - Überfall auf die Sparkasse in Wrestedt. Drei bewaffnete Täter dringen in die Bank und halten zwei weibliche Bankangestellte in Schach.

18 Uhr 48 - Drei Polizeibeamte treffen am Tatort ein. Die Bankräuber erpressen von den Polizisten die Herausgabe ihrer Waffen.

19 Uhr 5 - Die Bankräuber fahren mit ihren Geiseln in einem silberfarbenen Seat mit Marburger Kennzeichen in Richtung Uelzen.

19 Uhr 30 - An der Anschlussstelle Soltau Ost fahren die Gangster auf die A7. Dabei schießen sie mehrfach aus dem Beifahrerfenster, um ihre Verfolger abzuschütteln.

21 Uhr 14 - Die Polizei beobachtet, wie sie auf die A24 in Richtung Berlin rasen.

22 Uhr 4 - An der Raststätte Stolpe halten die Männer, um zu tanken.

23 Uhr 18 - Das Auto fährt auf die A2 in Richtung Magdeburg. Dann ein neuer Richtungswechsel nach Frankfurt (Oder).

Mittwoch, 0 Uhr 19 - Die Gangster überqueren bei Frankfurt (Oder)/Slubice die deutsch-polnische Grenze. Sie bedrohen die Grenzer mit Waffen und werden durchgelassen. Deutsche Polizisten folgen.

6 Uhr - Die Gangster haben ihre Route nach Süden verlassen und fahren erneut mit hoher Geschwindigkeit Richtung Osten.

9 Uhr 45 - Tankstopp im ostpolnischen Piaski. Der 39 Jahre alten Geisel gelingt die Flucht. Die Geiselnehmer setzen mit der 25 Jahre alten Frau die Flucht nach Osten fort.

10 Uhr 55 - Die Geiselnehmer überqueren bei Dorohusk-Jahodyn die polnisch-ukrainische Grenze.

15 Uhr 15 - Verwirrung: Der polnische Rundfunk meldet, die zweite Geisel sei befreit, die Bankräuber gefasst; tatsächlich, so die ukrainischen Behörden, seien die Gangster lediglich gestellt, es werde verhandelt.

15 Uhr 22 - Die Lüneburger Polizei meldet: Die zweite Geisel ist frei.

16 Uhr 10 - Die Täter sind gefasst, das Drama ist zu Ende - nach 21 Stunden.

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