Gekaperte Luxusyacht : Schicksal der Geiseln ist weiter ungewiss

Am Freitag wurde eine französische Luxusyacht vor der somalischen Küste von Piraten überfallen. Sie nahmen die 30 Besatzungsmitglieder als Geiseln. Bisher konnte die Behörden keinen Kontakt herstellen.

Nairobi/ParisNach der Kaperung einer französischen Luxusyacht vor der somalischen Küste ist das Schicksal der Geiseln weiter ungewiss. "Wir haben bislang weder mit den Piraten noch mit der Besatzung Kontakt gehabt", sagte Verteidigungsminister Hervé Morin dem Radiosender France Inter. Das Segelschiff "Le Ponant" war von den Seychellen in Richtung Mittelmeer unterwegs gewesen, als es am Freitag in internationalen Gewässern gekapert wurde. Die etwa zehn Seeräuber nahmen die 30 Besatzungsmitglieder, in der Mehrheit Franzosen, als Geiseln.

Über mögliche Forderungen wurde zunächst nichts bekannt. Passagiere waren nicht an Bord. Die Regierung in Paris schaltete noch am Abend das Krisenzentrum ein. Gemeinsam mit der Reederei CMA CGM werde der Kontakt zu den betroffenen Familien hergestellt, hieß es. Die Yacht wird von einem Schiff der französischen Marine verfolgt, das sich im Rahmen des internationalen Anti-Terror-Kampfes unter US-Kommando in der Gegend befand. Morin schloss ein militärisches Eingreifen nicht aus.

Die Küste vor Somalia und generell der gesamte Golf von Aden zwischen der arabischen Halbinsel und dem Horn von Afrika sind berüchtigt für Piratenüberfälle. Auch Patrouillenboote der US-Marine schrecken die meist schwer bewaffneten Täter nicht ab. "Was normalerweise in solchen Fällen passiert, ist, dass sich die Piraten in somalische Gewässer begeben", sagte Morin. Dort würden dann spezielle Forderungen gestellt, oftmals Lösegeld. Erst vor wenigen Wochen hatten Piraten einen dänischen Frachter gegen eine hohe Lösegeldzahlung aus ihrer Gewalt entlassen. Somalische Behörden hatten damals kritisiert, die Zahlung von Lösegeld ermutige nur neue Fälle von Seeräuberei. (tbe/dpa)

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