Gekündigt : Aust reicht Klage gegen "Spiegel" ein

Der "Spiegel" hat Stefan Aust im November 2007 gekündigt. Ab 2009 soll er nicht mehr Chefredakteur des Blattes sein. Der Journalist geht jetzt mit einer Kündigungsschutzklage vor Gericht. In diesem Rechtsstreit geht es vor allem um Abfindungsgelder in Millionenhöhe.

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Sein Haus wurde angegriffen. -Foto: ddp

HamburgAusts Vertrag war auf Initiative des Mehrheitseigners des Spiegel-Verlags nicht über Ende 2008 hinaus verlängert worden. Der Noch-Chefredakteur ist der Auffassung, dass der Vertrag bis Ende 2010 wirksam sei. Aust sieht keinen Grund, "der geeignet wäre, die Kündigungen gemäß Kündigungsschutzgesetz zu rechtfertigen". Laut Gericht können die Arbeitgeber leitenden Angestellten jedoch auch gegen Zahlung einer Abfindung vorzeitig kündigen. Austs Anwälte bestreiten unterdessen, dass ihr Mandant eine Leitungsfunktion hat. Der Kläger sieht sich plötzlich als einfacher Angestellter. In diesem Fall hätte der Betriebsrat vor der Kündigung "ordentlich angehört" werden müssen.

Bei einem Termin am Arbeitsgericht in Hamburg wurde am Montag keine Einigung zwischen beiden Parteien erzielt. Aust selbst war bei dem nur gut 15 Minuten dauernden Termin nicht persönlich anwesend. Auch wenn beide Seiten deutlich machten, dass sie für eine Lösung der strittigen Fragen noch weit auseinanderliegen, wollen sie sich weiterhin um eine außergerichtliche Einigung bemühen. Uneins sind sie auch in der Anrechnung einer Garantietantieme bei Austs Jahresvergütung. Die vorsitzende Richterin setzte einen neuen Verhandlungstermin für den 7. Mai fest.

Thema vor Gericht waren auch Tantiemen, die Aust angeblich 2007 zu Unrecht nicht gezahlt worden seien. Weiterhin wurde die Frage behandelt, ob Austs Vertrag als Herausgeber von "Spiegel TV", der bis 2013 läuft, ebenfalls gekündigt werden durfte. Über die Höhe einer möglichen Abfindung, mit der Aust seine Kündigung akzeptieren würde, wurde nicht gesprochen. (sba/cp/dpa)

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