Welt : Geld stinkt tatsächlich nicht

Mediziner antworten auf die Frage: "Wie hygienisch sind die Scheine und Moneten?" Berlin (dpa)."Geld stinkt nicht", sagt ein Sprichwort.Allenfalls stinken einige Leute vor Geld.Egal ob aus Metall oder in Scheinen - Geld geht durch viele Hände, und nicht alle dürften gewaschen sein.Die Frage, wie unhygienisch Geld ist, liegt nahe.Eine besorgte Anfrage erreichte kürzlich die Umweltmedizinische Beratungsstelle in Hamburg, die daraufhin Spezialisten in ganz Deutschland um Rat bat. "Zweifellos wird die Masse der Infektionskrankheiten anders als über Geld übertragen", sagte der Cottbuser Facharzt für Hygiene, Dietrich Loeff, aus dem dortigen Gesundheitsamt.Lediglich vereinzelt wurden Eier von Madenwürmern, die Darminfektionen hervorrufen, auf Geldscheinen gefunden.Der Befund stamme allerdings von Mitte der 60er Jahre.Zwar seien Kinder anfällig gegen den Erreger, würden aber erfahrungsgemäß auch wenig Geldscheine in den Händen halten. In der DDR stand 1956 in den Vorschriften für den Lebensmittelverkehr, daß die Ausgabe unverpackter Lebensmittel und das Kassieren "möglichst" zu trennen sei.Später wurde der Satz gestrichen.Die Lebensmittel- und Veterinärüberwachungsämter würden heute die Trennung immerhin "empfehlen", sagte Loeff. Entwarnung auch durch die Bundesbank in Frankfurt/Main.Im Gegensatz zu anderen Staaten, in denen Geldscheine oft jahrzehntelang im Umlauf seien, würde das deutsche Zahlungsmittel nur wenige Jahre von Hand zu Hand gehen, ehe es ausgetauscht werde.Der Bundesbank zufolge nehmen Geldscheine in Deutschland bezüglich möglicher mikrobiologischer Probleme im internationalen Vergleich eine gute Position ein. "Manche Bakterien vom Vorbenutzer werden wohl darauf zu finden sein", meint Karl Ernst von Mühlendahl, Chef der Kinderklinik in Osnabrück und Leiter der Dokumentations- und Informationsstelle für Umweltfragen, wo die Antworten gesammelt wurden, schulterzuckend.Und auch Uwe Kaiser vom Berliner Robert Koch-Institut nimmt die Sache gelassen: "Onkel Dagobert badet bekanntlich täglich im Geld, ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen."

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