Generation Solidarität : Räume für die Kunst

Einst waren sie künstlerische Hausbesetzer, heute sind sie ein Vorzeigeprojekt. In unserer Reihe "Generation Solidarität" stellen wir in dieser Woche ein solidarisches Kunsthaus in Frankreich vor.

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Kunstvoll gegen die Krise
Kunstvoll gegen die KriseFoto: Arte

1500 Quadratmeter, drei Stockwerke, offen für alle. Hundert verschiedene Kunstprojekte oder Künstler können hier unterkommen - wie der Name schon sagt. "Le 100" ist ein solidarisches Kunsthaus, der sich vor allem an Künstler mit wenig Geld richtet. "Es gibt keine Selektion", sagt Frédéric de Beauvoir, Gründer von "Le 100". Was einst mit einer künstlerischen Hausbesetzung begann, ist längst zur öffentlich geförderten Einrichtung geworden.

Zusammen mit dem Bildhauer Pierre Manguin erreichte Frédéric de Beauvoir nach und nach die Öffnung dieses experimentellen Kunstraums in einem ehemaligen Gebäude der französischen Elektrizitätsgesellschaft EDF in der Pariser Rue de Charenton 100.

Ateliers, Probensäle, einen Bereich für digitale Kunst gibt es hier. Angepasst ans individuelle Einkommen kostet ein Nachmittag hier nur zwei Euro. Dann kann man Theaterproben organisieren, malen, bildhauen oder Musik machen, alles was die Kunst erfordert. Sogar den Kaffe gibt's kostenlos.

Doch viele der Künstler kommen auch wegen der Gemeinschaft hierher. Man hilft sich gegenseitig, lernt Leute aus der Branche und anderen Kunstbereichen kennen. "Dieser Ort ist zum öffentlichen Raum für Kunst geworden", sagt de Beauvoir. "Und ich glaube das könnte Schule machen."

Das Arte-Video zum Le 100:

In unserer Reihe "Generation Solidarität" stellen wir in Kooperation mit Arte jede Woche ein Projekt vor. Mal geht es darum, wie man Wohnungsräumungen von Kreditopfern verhindern kann, mal werden Dörfer für Obdachlose gebaut, Gemeinschaftsgärten bepflanzt oder mit Kunst gegen das herrschende System aus Ratingagenturen, Finanzmanagern und Bankenmacht protestieret.

Das Projekt Streetart in Germany hat bisher die meisten Klicks erhalten.

Jede Woche wählt das Internetteam von Arte mehrere Projekte, Beiträge oder Kommentare aus und stellt sie in einem Video zusammen, das dann im Arte Journal (um 19.10 Uhr auf Deutsch ; um 19.45 Uhr auf Französisch) gesendet wird. Die Videos können Sie exklusiv auch bei Tagesspiegel Online sehen.

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