Welt : Gepanschter Alkohol tötet Brüder

Berliner feierten mit Freunden in Indonesien.

Gedenken. Kerzen und Blumen vor der ehemaligen Schule von Lukas B. Foto: dpa Foto: dpa
Gedenken. Kerzen und Blumen vor der ehemaligen Schule von Lukas B. Foto: dpaFoto: dpa

Jakarta/Berlin - Gepanschter Alkohol hat in Indonesien den Berliner Teenager Lukas B. und seinen Bruder das Leben gekostet. „Nach Angaben des Arztes, der den jungen Mann behandelt hat, starb er nach dem Genuss von gepanschtem Alkohol“, sagte ein Sprecher der Dr.- Kariadi-Klinik in Semarang auf der Insel Java. Der 23-jährige Bruder des gestorbenen 19-Jährigen verstarb nach Auskunft des Auswärtige Amts am Dienstag.

Die beiden jungen Männer hatten am 20. August in Semarang auf der Insel Java mit Freunden gefeiert, berichtete ein Mitarbeiter der Dejavato-Stiftung, für die der jüngere der beiden Brüder gearbeitet hatte. Lukas B. sei zwei Tage später mit Krämpfen ins Krankenhaus gebracht worden. Er starb kurz darauf. Der ältere der Brüder, Felix B., hatte den 19-Jährigen offenbar in Indonesien besucht und war Mitte vergangener Woche wieder auf dem Rückflug nach Berlin. Auf dem Heimweg verschlechterte sich sein gesundheitlicher Zustand, so dass er auf einem Zwischenstopp im arabischen Emirat Katar in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Doha gebracht werden musste.

Die indonesische Polizei ermittelte im Pandanaran Hotel, wo die Deutschen getrunken hatten, sagte eine Mitarbeiterin. „Wir haben der Polizei alle Informationen gegeben, mehr kann ich nicht sagen“, sagte eine Mitarbeiterin des Hauses an der Rezeption.

Vor der ehemaligen Schule von Lukas B., dem Rheingau-Gymnasium in Berlin-Friedenau, waren am Dienstag Trauerbotschaften, Kerzen und Fotos zu sehen. Lukas B. hatte dort im Juni 2012 sein Abitur absolviert. Die Schule plane eine Traueranzeige, sagte Leiter Bernd Minske. Er reagierte zurückhaltend auf die Frage zu den Details und den Umständen des Unglücks, er wisse nichts dazu. „Ich bin sehr vorsichtig, weil ich auch Angst um die Eltern habe.“

Erst vergangene Woche waren in Jakarta 13 Menschen nach dem Genuss von gepanschtem Alkohol gestorben. Die gefährlichen Mischungen sind in Indonesien ein großes Problem. Die Polizei stellt bei Razzien jedes Jahr tausende Liter gepanschten Alkohols sicher. Wie viel in Hinterhöfen und entlegenen Dörfern produziert wird, weiß niemand. Oft werden die Mischungen mit Chemikalien wie Methanol versetzt. Methanol – Essigsäure – kostet weniger als 35 Cent pro Liter. Jedes Jahr vergiften sich hunderte Indonesier damit. Dutzende sterben. Immer wieder werden auch Ausländer Opfer. In Indonesien ist der Verkauf von Alkohol zwar nicht verboten, viele Läden bieten aber keine alkoholischen Getränke an. Der Staat erhebt auf Alkohol Zoll und Steuern in Höhe von 400 Prozent. ssch/dpa

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