Welt : Gericht entscheidet über „Mehmet“ Der türkische Jugendliche

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 Berlin (dpa). Das Bundesverwaltungsgericht in Berlin wird an diesem Dienstag entscheiden, ob der straffällig gewordene Jugendliche „Mehmet“ gut dreieinhalb Jahre nach der Abschiebung in die Türkei wieder zurück nach Deutschland darf.

„Mehmet“, wie der Jugendliche aus Datenschutzgründen genannt wird, besitzt zwar die türkische Staatsangehörigkeit, ist aber in München zur Welt gekommen und dort aufgewachsen. Er war vor der Abschiebung mehr als 60 Mal wegen Diebstahls, Einbruchs, Raubes und schwerer Körperverletzung aufgefallen. Der Jugendliche galt als äußerst aggressiv, schon als Zehnjähriger erpresste er Geld von Mitschülern und schlug einem anderen Buben das Nasenbein ein. „Ich war ein Depp“, sagte der Jugendliche kürzlich in einem Interview über die einstigen Verfehlungen.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte im November entschieden, München müsse dem inzwischen 18-Jährigen wieder eine Aufenthaltserlaubnis erteilen. Die Stadt und die Landesanwaltschaft Bayern legten gegen das Urteil Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein.

Der Fall des damals 14-Jährigen hatte international für Aufsehen gesorgt, weil erstmals ein Kind von rechtmäßig in Deutschland lebenden Ausländern allein abgeschoben wurde. Sein Anwalt Alexander Eberth sieht in der Abschiebung einen Verstoß gegen den besonderen Schutz der Familie wie er im Grundgesetz und in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert ist.

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