Gerichtsurteil : 18 Monate Bewährung für "Ekel“-Dönerverkäufer

Ein Dönerverkäufer hat 100 Tonnen Döner aus Fleisch hergestellt, das mit Durchfallerregern verseucht gewesen sein soll und nicht als Lebensmittel zugelassen war. Mehr als 1300 dieser "Ekel"-Dönerspieße verkaufte er an Imbissbuden. Die Strafe dafür fiel verhältnismäßig mild aus.

ItzehoeEr hat tonnenweise Döner aus Fleisch hergestellt, das nicht als Lebensmittel zugelassen war, und in mehreren Bundesländern verkauft. Am Freitag hat das Landgericht Itzehoe den 54 Jahre alten Geschäftsmann wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 1262 Fällen zu 18 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Sein Lieferant wurde wegen Beihilfe in 15 Fällen mit einer Geldstrafe von 12.600 Euro belegt. Zusätzlich muss er 9800 Euro zahlen - den Betrag, den er nach Überzeugung des Gerichts bei seinen Straftaten eingenommen hatte.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der 54-Jährige zwischen Dezember 2006 und September 2007 rund 100 Tonnen Döner aus nicht zugelassenem Fleisch herstellte. Er mischte unter die Döner-Masse unter anderem Kalb- und Rindfleisch ohne Herkunftsnachweis. Er habe die Dönerspieße an Imbissbuden in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Niedersachsen verkauft.

Kein Nachweis über Herkunft

Die Richter sprachen den Dönerproduzenten vom Vorwurf des Verstoßes gegen die Lebensmittelverordnung frei. Die von ihm produzierten Dönerspieße wurden unter Aufsicht der zuständigen Lebensmittelchemiker produziert. Das verwendete Fleisch war von Geschmack, Geruch und Aussehen einwandfrei, so dass keine Gefahr für die Gesundheit bestand, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Es sei lediglich ein "rechtlicher" Mangel gewesen, dass es für die Herkunft des Fleisches keine Nachweise gab.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte für beide Angeklagten Freiheitsstrafen gefordert. Er wollte dreieinhalb Jahre Haft für den Hersteller und eine 18-monatige Bewährungsstrafe für den Lieferanten. (sgo/dpa)

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