Gerichtsurteil : Dreieinhalb Jahre Haft für Lidl-Erpresser

Ein 68-jähriger Erpresser des Lebensmittel-Discounters Lidl muss für drei Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Er hatte vergiftete Lebensmittel in einem Markt platziert.

Heilbronn Das Landgericht Heilbronn sah es am Freitag als erwiesen an, dass der Ingenieur im vergangenen Jahr der Einzelhandelskette mehrmals gedroht hatte, vergiftete Lebensmittel in verschiedenen Märkten zu deponieren. Der Rentner hatte dies vor Gericht zugegeben. Er wollte 120.000 Euro von Lidl erpressen, war aber bei der Geldübergabe geschnappt worden. Das Gericht berücksichtigte nach Worten des Richters bei dem Urteil die schwierige Lage des 68-Jährigen, der an Krebs erkrankt und völlig überschuldet ist. "Für uns war nachvollziehbar, dass ein Mensch, der alles verliert, was das Leben ausmacht, aus der Bahn geworfen werden kann", sagte der Richter.

Mit dem Erbe seiner verstorbenen Eltern hatte er an der Börse spekuliert und Verluste angehäuft. Als Lidl mit Sitz in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) wegen Bespitzelung der Mitarbeiter in die Schlagzeilen geriet, war er auf die Idee mit der Erpressung gekommen. "Ich dachte, dass die in dieser Situation sicher weitere negative Schlagzeilen vermeiden wollten", erzählte er. Im vergangenen Oktober deponierte er ein mit einem WC-Reiniger verunreinigtes Gurkenglas in einem Bonner Lidl-Markt. Das Glas wurde rechtzeitig sichergestellt. Lidl erklärte sich bereit, 120.000 Euro auf vier verschiedenen Friedhöfen im Raum Bonn zu deponieren. Als der Senior im November eines der Päckchen an sich nehmen wollte, wurde er gefasst. (mpr/dpa)

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