Germanwings-Absturz : Erste Opfer werden nach Deutschland überführt

Mit 30 Särgen an Bord wird am späten Abend eine Sondermaschine der Lufthansa in Düsseldorf landen - für die Angehörigen der Opfer des Germanwings-Absturzes vor zweieinhalb Monaten endet damit eine bange Zeit des Wartens.

Gedenkstein für die Opfer an der Absturzstelle in den französischen Alpen. Foto: Peter Kneffel/dpa
Gedenkstein für die Opfer an der Absturzstelle in den französischen Alpen.Foto: Peter Kneffel/dpa

Zweieinhalb Monate nach dem Germanwings-Absturz in Frankreich will Lufthansa die ersten Opfer nach Deutschland überführen. Damit beendet die Fluggesellschaft das bange Warten der Angehörigen. Einige hatten ihrem Anwalt zufolge die geplanten Beerdigungen schon wieder abgesagt, weil sich die Überführung der Leichen weiter verzögern sollte. Eine Sondermaschine der Lufthansa wird 30 Särge von Marseille nach Düsseldorf bringen. Damit könnten die Beisetzungen wie geplant stattfinden.

Die Maschine mit den Särgen wird gegen 22.30 Uhr in Düsseldorf landen, am Mittwoch sollen die Opfer dann an die Angehörigen übergeben werden. Ende kommender Woche seien die ersten Beerdigungen geplant, sagte Anwalt Elmar Giemulla, der nach eigenen Angaben die Angehörigen von 34 Opfern vertritt.


Die Familien hatten zuvor ihrem Unmut Luft gemacht, weil sich die Überführung der Leichen trotz der bereits geplanten Beisetzungstermine erneut verschieben sollte. „Eine Familie ist zur Post gelaufen und hat noch die Trauerbriefe abgefangen. Die können nun erneut versendet werden. Eine andere hatte Hotels storniert“, sagte Giemulla der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“.
Umso größer sei nun die Erleichterung bei den Hinterbliebenen. „Damit hat sich für diese Familien ein leidvolles und völlig überflüssiges Problem doch noch rechtzeitig aufgelöst.“ Für die Familien sei die Beisetzung „ein Abschluss mit der Vergangenheit und ein Schritt in die Zukunft“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Überreste weiterer Opfer sollen bis Ende des Monats überführt werden.

Der Germanwings-Flug 4U9525 von Barcelona nach Düsseldorf war am 24. März mit 150 Menschen an Bord in den französischen Alpen zerschellt. Die meisten Opfer stammten aus Deutschland, darunter 16 Schüler und zwei Lehrerinnen eines Gymnasiums in Haltern am See am nördlichen Rand des Ruhrgebiets. Sie waren auf einem Austausch in Spanien gewesen. Die Särge der Schüler und Lehrerinnen sollen am Mittwoch in einem Konvoi mit einer Polizeieskorte nach Haltern gebracht werden.

Am Donnerstag will zudem der leitende französische Ermittler des Germanwings-Absturzes Angehörige der Opfer treffen. Er werde die Hinterbliebenen über die bisherigen Erkenntnisse informieren, sagte der Marseiller Staatsanwalt Brice Robin. Details zum aktuellen Ermittlungsstand wollte Robin nicht nennen, da er zuerst mit den Angehörigen sprechen will. (AFP/dpa)

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