Welt : Geschädigte Flüsse

Der BUND fordert Deichrückbau und Ausweitung der Auenflächen

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Die deutschen Flüsse befinden sich nach einer Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in einem schlechten Zustand. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger kritisierte am Montag, ein Großteil der Flüsse sei durch Landwirtschaft, Industrie und Schifffahrt ökologisch schwer geschädigt. Statt natürliche Überschwemmungsflächen zu vergrößern, würden die Flüsse durch den Bau von Dämmen und Barrieren weiter eingeengt. Dies widerspreche der EU-Hochwasserrichtlinie. Der BUND fordert, die Flüsse zu renaturieren und wieder zu lebendigen Gewässern umzugestalten. Die Mehrheit der Deichrückverlegungen, die nach der Hochwasserkatastrophe 2002 angekündigt wurden, seien noch nicht in Angriff genommen worden, sagte Weiger. Von 33 möglichen Rückverlegungen seien bislang nur vier in Planung. Von diesen vier Projekten seien zwei in Brandenburg und Sachsen bereits umgesetzt. Außer der Errichtung von Mauern an Siedlungen sei beim Hochwasserschutz so gut wie nichts passiert. Die ökologisch sinnvolle Änderung der Deiche nannte Weiger ein „Stiefkind der Wasserwirtschaft“.

„Die Flüsse und Flusslandschaften zählen zu den schönsten, artenreichsten und zugleich auch sensibelsten Lebensräumen Mitteleuropas“, sagte Weiger. Auen und breite Flussufer seien für die natürliche Hochwasservorsorge und für die Sicherstellung von sauberem Trinkwasser von unschätzbarem Wert. Saubere und frei fließende Flüsse seien überlebenswichtig. Die Wasserqualität der Spree hat sich laut BUND in den vergangenen Jahren etwas verbessert. So sei der Zustand besser als an der Elbe oder der Weser.

Die Naturschützer lehnen den Bau weiterer Wasserkraftanlagen ab. Der Schaden neuer Anlagen wäre größer als ihr Nutzen, sagt BUND-Sprecher Rüdiger Rosenthal. Die Wasserkraft spiele in Deutschland außerdem nur eine vergleichsweise geringe Rolle.

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