Welt : Geschieden!

Nach 13 Jahren endet die Ehe der Schröders mit Vergleich LEHRTE (AP).Die Ehe des niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder und seiner Frau Hiltrud ist am Donnerstag vor dem Amtsgericht Lehrte in nur 15 Minuten geschieden worden.Die beiden waren 13 Jahre verheiratet.Wie der Vorsitzende Richter Heinrich Reinecke bei der Verkündung erklärte, ist das Scheidungsurteil rechtskräftig.Beide Parteien hätten auf Rechtsmittel verzichtet.Ein Gerichtssprecher sagte anschließend vor Journalisten, das Paar habe sich in der Frage der Unterhaltszahlungen auf einen Vergleich geeinigt.Die Anwälte der beiden Parteien hatten demnach bereits zuvor auch eine Verständigung über die Vermögensverhältnisse erzielt. Sicherheitsbeamte bahnten Schröder einen Weg durch den Pulk der wartenden Journalisten.Kurz darauf traf Hiltrud Schröder, in ein dunkelblaues Kostüm gekleidet, in Begleitung von Bekannten ein.Weder vor noch nach dem Gerichtstermin gaben die geschiedenen Eheleute einen Kommentar ab.Der 53jährige Ministerpräsident und mögliche Kanzlerkandidat der SPD war im März letzten Jahres aus dem gemeinsamen Haus in Immensen bei Lehrte ausgezogen.Seine neue Lebensgefährtin, die 33jährige Journalistin Doris Köpf, zog mit ihrer sechsjährigen Tochter und ihrer Katze im Juli dieses Jahres aus München in Schröders Wohnung in Hannover um.In Zeitungsberichten hatte die 48jährige Hiltrud Schröder ihrem Mann mangelnde finanzielle Unterstützung vorgeworfen.Er zahle lediglich die Miete für ihr Haus, während sie seit dem 1.Juni 1996 allein für ihren Unterhalt und das Studium ihrer beiden Töchter aufkommen müsse.Zudem hatte die 48jährige ihrem damaligen Ehemann politischen Opportunismus vorgeworfen.Seine heutige Politik "widerspricht all dem, wofür wir mal angetreten sind", hatte sie gesagt. Schröder antwortete in einer Zeitung: "Ich beteilige mich nicht an einem privaten Sommertheater und werde die Äußerungen deshalb nicht kommentieren." Er fügte jedoch hinzu: "Nur eins - die Vorwürfe, die sie mir in materieller Hinsicht macht, sind haltlos." Schröder hat nach Einschätzung politischer Beobachter mit der Scheidung sein Privatleben noch rechtzeitig vor dem Wahlkampf für die niedersächsische Landtagswahl am 1.März nächsten Jahres geordnet.Von der Absicht, im Wahlbezirk Hildesheim-Stadt für den Landtag zu kandidieren, hatte Hiltrud Schröder wieder Abstand genommen.

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