• Geschmacklose Werbeaktion: Pizza Adolfo bleibt Neuseeländern im Halse stecken

Geschmacklose Werbeaktion : Pizza Adolfo bleibt Neuseeländern im Halse stecken

Werbung aus der Hölle: Eine neuseeländische Pizza-Kette hat ihre Plakatkampagne zurückgezogen, auf der Adolf Hitler zum "Sieg Heil!" mit einer Pizza in der Hand ansetzt. Jetzt verulkt das Unternehmen in einer neuen Werbung den Papst.

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"Hell Pizza:" Das umstrittene Plakat (Screenshot von der Webseite www.stuff.co.nz)

Wellington/Berlin - Eine neuseeländische Werbefirma hat eine Plakatkampagne für Pizza zurückgezogen, die den deutschen Diktator Adolf Hitler mit einer Pizza in der zum Hitlergruß ausgestreckten Hand zeigte. In vier Städten des Landes hatte die Firma „Hell Pizza“ (Höllenpizza) mit dem Mann geworben, der als Auslöser des Zweiten Weltkriegs und Urheber des Völkermordes an Millionen Juden in die Geschichte einging. Das Bild war mit einem angeblichen Zitat Hitlers unterschrieben: „Man kann Leute glauben machen, der Himmel sei die Hölle“, stand unter der Höllenpizza-Werbung.

„Wir hatten gedacht, die Leute könnten die komische Seite an einem Typen sehen, der ,Sieg Heil!‘ mit einer Pizza in der Hand macht“, verteidigte Werbemann Kirk MacGibbon von der Cinderella-Agentur seine Idee am Freitag. „Aber über einige Dinge können wir wohl immer noch nicht lachen“, fügte MacGibbon hinzu. Er sagte, es habe eine „Handvoll“ Beschwerden von Neuseeländern jüdischer Herkunft gegeben. Nach Angaben der in Österreich erscheinenden jüdischen Kulturzeischrift „David“ sind von den heute vier Millionen Einwohnern Neuseelands knapp 5000 Juden, das sind lediglich 0,1 Prozent der Bevölkerung. Die meisten Juden, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Neuseeland kamen, stammten anfänglich hauptsächlich aus Großbritannien. Im Gefolge des Ungarnaufstandes 1956 ließen sich auch einige ungarische Juden hier nieder. In den 1990er Jahren trafen jüdische Einwanderer aus Russland, Südafrika und Israel in den Antipoden ein. Die jüdischen Gemeinden stellen daher eine bunte Mischung aus alteingesessenen Familien und Zuwanderern dar. Einen ähnlichen Konflikt wie jetzt in Neuseeland hatte es im vergangenen Jahr in der indischen Stadt Bombay gegeben. Dort hatte ein nach Hitler benanntes Restaurant seinen Namen ändern müssen. Die Besitzer beugten sich damals dem massiven Protest der jüdischen Gemeinde.

In Neuseeland allerdings scheint die Werbefirma Cinderella nicht geläutert zu sein: Die neuen Plakate zeigen Papst Benedikt XVI., der sagt: „Die Hölle ist wirklich und ewig.“ Schon im vergangenen Jahr hatte „Höllenpizza“ mit Reklame für Aufruhr gesorgt, weil sie sieben Pizzasorten nach den sieben Todsünden benannte und für die „Lust“-Pizza mit Kondomen in Postwurfsendungen warb. „Das war die umstrittenste Werbekampagne, die wir je gemacht haben“, sagt MacGibbon stolz. (mit AFP/dpa/Tsp)

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