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Gestohlene Krankenakte von Michael Schumacher : Verdächtiger erhängt sich in seiner Zelle

Die Züricher Staatsanwaltschaft hielt ihn für den Dieb der Krankenakte von Michael Schumacher: Einen Tag nach seiner Festnahme ist ein hochrangiger Mitarbeiter der Schweizerischen Rettungsflugwacht erhängt in seiner Zelle aufgefunden worden.

Michael Schumacher
Michael SchumacherFoto: dpa

Der Diebstahl eines Teils der Krankenakte von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher hat eine tragische Wende genommen: Ein Verdächtiger, der in der Schweiz wegen des Diebstahls inhaftiert war, wurde am Mittwoch erhängt in seiner Gefängniszelle in Zürich aufgefunden. Der Mitarbeiter der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) war laut Staatsanwaltschaft erst am Vortag festgenommen worden.
Formel-1-Legende Schumacher war Ende Dezember im französischen Skigebiet Méribel bei der Abfahrt gestürzt und hatte sich lebensgefährlich am Kopf verletzt. Der 45-Jährige lag danach wochenlang in einer Klinik im französischen Grenoble im Koma, bevor er Mitte Juni zur Reha in eine Klinik in Lausanne in der Schweiz verlegt werden konnte.

Krankenakte wurde Medien für knapp 50.000 Euro angeboten

Nach der Verlegung wurde bekannt, dass ein Arztbrief Schumachers gestohlen worden war. In dem elf- oder zwölfseitigen Schreiben sind Angaben zur mehrmonatigen Behandlung Schumachers in der Uni-Klinik von Grenoble festgehalten. Adressiert war das Schreiben an die Klinik im Schweizer Lausanne. Medienberichten zufolge wurde es verschiedenen Medien für umgerechnet knapp 50.000 Euro zum Kauf angeboten. Ermittler fanden heraus, dass die Dokumente von einem Computer der Rettungsflugwacht aus angeboten wurden.

Der verdächtige Mann bestritt die Vorwürfe

Die Schweizer Rega hatte aus Grenoble tatsächlich einen medizinischen Bericht zu Schumacher erhalten, um dessen Verlegung in die Schweiz vorzubereiten. Der Transport erfolgte letztlich aber nicht per Helikopter, sondern er wurde per Krankenwagen organisiert. Nach Bekanntwerden des Diebstahls erstattete die Rega Anfang Juli selbst Anzeige gegen Unbekannt, um "umfassende Klarheit" zu schaffen. Das Unternehmen versicherte, es liege "kein Hinweis auf ein fehlbares Verhalten von Mitarbeitern vor".
Nach intensiven Ermittlungen zum Diebstahl der Krankenunterlagen war der nun erhängt aufgefundene Mann am Dienstag festgenommen worden. In einem Polizeiverhör bestritt er die Vorwürfe, wie die Staatsanwaltschaft Zürich weiter mitteilte. Der Verdächtige sollte am Mittwoch erneut von der Staatsanwaltschaft befragt werden. Demnach hatten die Ermittlungen bisher nur die Verwicklung eines Verdächtigen in den Diebstahl ergeben. Erste Untersuchungen des Toten schlossen das Verschulden einer dritten Person aus. (AFP)

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