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Gestorben nach Gruppenvergewaltigung : Inderin wollte im Februar heiraten

30.12.2012 07:24 Uhr
In Indien trauern die Menschen um die Frau, die nach einer Gruppenvergewaltigung ihren Verletzungen erlag.Bild vergrößern
In Indien trauern die Menschen um die Frau, die nach einer Gruppenvergewaltigung ihren Verletzungen erlag. - Foto: dpa

Nach hinduistischem Brauch ist die Leiche der von mehreren Männern vergewaltigten Inderin in Neu Delhi eingeäschert worden. Wie jetzt bekannt wurde, wollte die Frau im Februar heiraten - die Hochzeitsparty war offenbar schon geplant. Ihren Peinigern droht nun die Todesstrafe.

Der Leichnam der von mehreren Männern vergewaltigten indischen Studentin ist nach seiner Rückkehr aus Singapur am Sonntag in Neu Delhi eingeäschert worden. Das Krematorium war von Polizeikräften abgeriegelt. Ein Polizeisprecher sagte, die Einäscherungszeremonie nach hinduistischem Brauch solle auf Wunsch der Familie im engsten Kreise stattfinden. Einige ranghohe Politiker wollten durch ihre Anwesenheit ihr Beileid ausdrücken. Die Behörden befürchteten für Sonntag erneute Demonstrationen aus Wut und Trauer über den Tod der jungen Frau.

Nachbarn, die an der Einäscherung auf einem Scheiterhaufen teilnahmen, sagten der Nachrichtenagentur AFP, die Frau habe im Februar ihren Freund heiraten wollen.

„Sie hatten bereits alle Vorbereitungen getroffen und eine Hochzeitsparty in Delhi geplant“, sagte Meena Rai, die zusammen mit der künftigen Braut schon nach Hochzeitskleidern Ausschau gehalten hatte.

Regierungschef Manmohan Singh und die Vorsitzende der regierenden Kongresspartei, Sonia Gandhi, waren zuvor auf dem internationalen Flughafen von Neu Delhi mit Angehörigen des Opfers zusammengetroffen. Dort landete das eigens gecharterte Flugzeug mit dem goldfarbenen Sarg der 23-Jährigen an Bord. Dieser wurde dann in einem Autokonvoi zum Krematorium im Distrikt Dwarka im Südwesten der Hauptstadt gebracht.

Die Studentin war am Samstag in einem Krankenhaus in Singapur ihren schweren Verletzungen erlegen, die sie durch die Gruppenvergewaltigung in einem Bus in Neu Delhi am 16. Dezember erlitten hatte. Die junge Frau war erst am Donnerstag zur Behandlung nach Singapur gebracht worden, wo Ärzte weitere innere Verletzungen feststellten. Die brutale Vergewaltigung hatte in Indien zum Teil gewalttätige Proteste gegen die in der indischen Gesellschaft verbreitete Gewalt gegen Frauen und die Untätigkeit der Behörden ausgelöst.

Auch am Samstag gingen in Neu Delhi und anderen indischen Städten wieder tausende Menschen auf die Straße. Am Abend hielten Trauernde Mahnwachen mit Kerzen ab. Die Proteste blieben im Gegensatz zu anderen Tagen friedlich. Den sechs mutmaßlichen Tätern, die festgenommen wurden, drohen nach dem Tod ihres Opfers Anklagen wegen Mordes. Darauf steht in Indien die Todesstrafe. (afp)

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