Gesundheit : Cannabiskonsum beunruhigt Experten

Viele Jugendliche konsumieren zu früh Alkohol und andere Drogen. Jeder vierte von ihnen ist nach Einschätzung von Experten suchtgefährdet. Besonders die Zunahme der Cannabis-Konsumenten gibt Anlass zur Sorge.

Mainz - Mindestens jeder vierte junge Mensch in Deutschland ist nach Einschätzung von Experten suchtgefährdet. Bis zu fünf Millionen Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 25 Jahren konsumierten zu früh zu viel Alkohol und illegale Drogen, sagte der Geschäftsführer des Fachverbandes Drogen und Rauschmittel (fdr), Jost Leune, beim Bundes-Drogen-Kongress in Mainz. Sie trügen ein hohes Risiko, später alkohol- oder drogenabhängig zu werden. "Das Einstiegsalter für Tabakkonsum liegt bei 11,6 Jahren, für Alkohol bei 12,1 Jahren und für Cannabis bei 14,6 Jahren", sagte Leune.

Jeder fünfte Jugendliche hat den Angaben zufolge im vergangenen Monat illegale Drogen genommen. Sorgen bereitet den Experten vor allem der zunehmende Cannabis-Konsum. "Das ist eine Verbreitung wie noch nie", sagte der fdr-Vorsitzende Thomas Bader. In Deutschland seien insgesamt rund 400.000 Menschen von Cannabis abhängig. Vor allem bei jungen Menschen habe das Rauchen dieser Droge zugenommen. "Was wir in den vergangenen Wochen beim Flatrate-Saufen gesehen haben, ist beim Kiffen schon längst gang und gäbe", sagte Leune.

Die Alkohol- und Drogenexzesse bei Minderjährigen haben nach Angaben Leunes in den vergangenen Jahren zugenommen. Diese Entwicklung sei besonders problematisch, weil sich eine Abhängigkeit im Jugendalter viel schneller entwickeln könne, erklärte Leune. Die Persönlichkeit sei noch nicht richtig gefestigt und es bestehe eine hohe Risikobereitschaft. Außerdem gelte als erwiesen, dass Alkohol und Tabak bei unter 14-Jährigen eher zu illegalem Drogenkonsum führe. (tso/dpa)

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