Gesundheit : Sommer, Sonne, schwarzer Krebs

Die Hitze lockt zum Sonnenbaden – doch besonders bei Kindern werden die Gefahren oft unterschätzt

Petra Viebig
Hautkrebs
Mütze allein reicht nicht. Wegen der Gefahr von Hautkrebs sollten Kinder nur bekleidet in die Sonne. -Foto: imago

BerlinDas Bild sieht man dieser Tage überall, wo es Strand und Wasser gibt: Kinder sitzen im Sand, häufen Matschhügel auf, buddeln Löcher und heben Burggraben aus. An Wannseestrand und Spreeufer lagern Familien mit Picknickkörben, Schaufeln und Luftmatratzen und genießen die sonnigen Ferientage. Nur hier am Wasser ist die Hitze einigermaßen erträglich. Doch manchen Eltern scheint nicht bewusst zu sein, welchen Gefahren sie gerade ihre Kinder aussetzen. Viele der kleinen Sandburgenbauer laufen nackt herum. Eingecremt haben die Eltern sie, aber ob das reicht?

Neue Forschungen zur Entstehung von Hautkrebs legen etwas anderes nahe. Nach Ansicht von Experten sollten Kinder danach nur bekleidet draußen spielen. Denn das Risiko, später den häufig tödlichen schwarzen Hautkrebs zu entwickeln, werde vor allem in der Kindheit angelegt. Gegen diese schwerste Form von Hautkrebs, das sogenannte Melanom, biete Sonnencreme bei Kindern keinen ausreichenden Schutz. „Die meisten Schäden werden in Kindheit und Jugend gesetzt“, so Professor Eckhard Breitbart von den Elbe-Kliniken in Buxtehude gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Die Haut von Kindern sei wesentlich empfindlicher als die von Erwachsenen, erklärt der Professor.

Die starke Belastung, der die Haut der Jüngsten ausgesetzt ist, rächt sich dann in späteren Jahren. Wenn ein Mensch sich in der Sonne aufhält, verursacht die UV-Strahlung Schäden in der Erbsubstanz der Hautzellen. Und wenn der Körper zu starke Schäden nicht mehr reparieren kann, dann steigt das Krebsrisiko dramatisch an. Hinzu kommt, dass Kinder sich weit länger in der Sonne aufhalten als Erwachsene. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe bekommt ein Mensch bis zu seinem 18. Lebensjahr 80 Prozent der UV-Strahlung seines gesamten Lebens ab. Auch wenn es den Kleinen Spaß macht, nackt im Sand herumzutoben, sollten Eltern daher darauf achten, ihre Kinder durch geeignete Kleidung vor einem Sonnenbrand zu schützen. Auf die unbedeckten Stellen gehört zudem ausreichend Sonnencreme. Und Kinder, die jünger als ein Jahr sind, sollte man grundsätzlich im Schatten behalten.

„Die Haut vergisst keinen Sonnenbrand“, sagt auch Gerhard Lux, Diplommeteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Momentan warnt er aber auch Erwachsene davor, sich zu lange in der Sonne aufzuhalten. „Die Ozonschicht über uns ist im Moment kritisch dünn“, so der Experte gegenüber dem Tagesspiegel. Da sei es erforderlich, sich möglichst alle 15 Minuten einzucremen, sagt Lux Denn durch Abreiben und Schwitzen wird die Creme schnell abgetragen.

Man solle zudem nicht unterschätzen, dass zu viel Sonne auch noch andere unangenehme Nebenwirkungen haben könne, erklärt Lux. Gerade bei solch plötzlichen Wetterumschwüngen wie in den vergangenen Tagen sei die Gefahr, einen Kreislaufkollaps zu bekommen, größer als sonst. Besonders wer einen niedrigen Blutdruck habe, solle darauf achten, ein bisschen kürzer zu treten. „Da kann man sich auch mal die Gartenarbeit sparen, auch wenn sie an sich auf der Tagesordnung steht“. Wem nach einer zu großen Dosis Sonne dann doch schwindelig werde, der solle sich sofort in den Schatten begeben, die Beine hoch legen und Kompressen auflegen. Kühl, aber nicht eiskalt sollten diese sein. „Wenn das Gefühl anhält, sollte man allerdings lieber zum Arzt gehen“, betont Lux.

Zumindest eine Angst hält er für unbegründet. Der Wetterumschwung sei bestimmt nicht das erste Anzeichen einer drohenden Klimakatastrophe. Solche Wechsel seien absolut normal. In den nächsten Tagen erwartet er auch wieder kühlere Temperaturen: „Das wird ein typisch deutscher Sommer“.

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