Gesundheit : 1671: Ein irischer Abenteurer will die britischen Kronjuwelen stehlen

Ingo Bach

Heute vor 329 Jahren, am 9. Mai 1671, gelang einem irischen Dieb der Einbruch in das Allerheiligste des Britischen Empire, dem Tower in London. Sein Ziel: die Kronjuwelen. Thomas Blood - so der Name des Abenteurers - ging mit Bedacht vor. Er verkleidete sich als Pfarrer und begab sich Tage vor dem Einbruch zum Tower, um die Sicherheitsvorkehrungen auszuspähen. In dieser respektheischenden Maskerade gelang es Blood, das Vertrauen eines der Wächter zu gewinnen, der ihn brav in alle Geheimnisse des Towers einweihte. Blood versprach dem Wachmann als Gegenleistung, seinen eigenen - fiktiven - Neffen mit der Tochter des Wächters zu verheiraten.

Doch mit der Offenbarung der Sicherheitsprotokolle war die Rolle des Wachmannes keineswegs beendet. Am eigentlichen Tag des Coups überredete ihn Blood, ihm und seinen drei Komplizen die Kronjuwelen doch einmal zu zeigen. Auch darauf ließ sich der arme Tropf ein - er konnte sich wohl nicht vorstellen, dass ein Priester etwas so unchristliches wie Raub planen könnte. In der Schatzkammer überwältigten die vier den Wachmann und griffen nach den wertvollen Insignien königlicher Macht - ohne Erfolg. Der Sohn des Wachmannes überrascht die Diebe und gibt Alarm. Blood wird verhaftet. Und nun beginnt das eigentlich Erstaunliche der Geschichte. Blood forderte eine Audienz beim König. Und tatsächlich, Charles II. empfängt den überführten Verbrecher. Er scheint von der Kühnheit oder dem Charme des irischen Abenteurers so überwältigt, dass er Blood die Freiheit schenkt. Normalerweise hätte die Todesstrafe gedroht. Doch nicht nur Freiheit und Leben verschenkt der König so großzügig. Darüber hinaus erhält Blood seinen Besitz zurück und eine jährliche Leibrente von 500 Pfund.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben