Gesundheit : 413 a.D. Der Machtkampf zwischen den Katholiken und dem calvinistischen England verschärft sich

Ingo Bach

Heute vor 413 Jahren, am 8. Februar 1587, starb Maria Stuart auf dem Schafott. 19 Jahre zuvor war die schottische Königin durch eine Revolte ihrer Untertanen gestürzt worden. Zu massiv waren ihre Versuche, das calvinistische Schottland zurück zum katholischen Glauben zu zwingen. Nachdem ihr Heer im Mai 1568 geschlagen wurde, setzte sich Maria ausgerechnet zu ihrer härtesten Rivalin ab: Elisabeth I. von England. Die Rivalität war nicht nur religiöser Natur: Als Urenkelin des englischen Königs Heinrich VII. machte Maria Ansprüche auf den englischen Thron geltend, die sowohl die katholischen Großmächte Spanien und Frankreich als auch der Papst anerkannten.

Trotzdem nahm Elisabeth Maria auf - allerdings unter strenger Aufsicht, die einer Haft nicht unähnlich war. Doch Maria sagte selbst: "Der Durst auf ein Königreich kann nie gelöscht werden, ehe er nicht das Äußerste und Gefährlichste versucht hat." Jedesmal konnte Elisabeth vor Umsturzplänen aus der Umgebung von Maria gewarnt werden, jedesmal schob sie eine Anklage hinaus. Nach 18 Jahren "Obhut" aber gab die Königin den Beschwörungen ihrer Berater nach, Maria aus dem Weg zu räumen. Den Anlass lieferte die Verschwörung des Katholiken Anthony Babington von 1586, die Maria schriftlich gut hieß, verbunden mit dem Wunsch, Elisabeth zu ermorden.

Ihren letzten Gang trat Maria am 8. Februar 1587 um 9 Uhr 30 morgens an. Sie war 44 Jahre alt. Vor dreihundert Zuschauern wurde sie bis auf die Unterwäsche entkleidet. Der erste Axtstreich des Henkers verfehlte den Hals, doch der zweite trennte den Kopf Marias vom Rumpf. Ein letztes Mal erregte sie Aufsehen, als dem Henker ihr Haupt entglitt, weil sie eine Perücke trug. Darunter kamen kurzgeschorene graue Haare zum Vorschein - ihre sprichwörtliche Schönheit war nicht echt.Aus der Serie "Kalenderblatt"

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