Gesundheit : 570 Wissenschaftler gegen einen Atomausstieg

tdp

570 deutsche Professoren haben die Bundesregierung am Mittwoch in Berlin zur "ernsthaften Neubewertung der Kernenergie" aufgefordert. Die Wissenschaftler von rund 50 Hochschulen und Forschungseinrichtungen übergaben im Bundeskanzleramt ein Memorandum, in dem der Atomstrom als unverzichtbar für die künftige Energiepolitik und als ökologisch weniger bedenklich als die herkömmliche Stromerzeugung durch Erdgas und Kohle dargestellt wird.

Die Risiken der Kernenergie seien mit denen der Windenergie vergleichbar, sagte Alfred Voß, Leiter des Instituts für Energiewirtschaft und rationelle Energieanwendung an der Universität Stuttgart, vor der Presse. Die Sicherheit der deutschen Kernkraftwerke habe durch Nachrüstungen einen internationalen Spitzenstand erreicht. Ein Vergleich mit Tschernobyl verbiete sich. Auch für die Endlagerung radioaktiver Abfälle lägen technisch ausgereifte Lösungen vor. Ein Ausstieg wäre nur dann zu verantworten, wenn bessere Alternativen zur Verfügung stünden. "Das ist aber nicht der Fall", sagte Voß.

Der Initiativkreis der Unterzeichner bezweifelt, ob es "sachgerecht und verantwortungsbewusst ist, an der Schwelle zum 21. Jahrhundert so tiefgreifende Entscheidungen auf der Basis von Parteitagsbeschlüssen der siebziger und achtziger Jahre" zu vollziehen. Im Falle des Ausstieges müssten als Ersatz für Atomreaktoren neue Kohle- und Gaskraftwerke gebaut werden. Dadurch rückten die ehrgeizigen Reduktionsziele der Bundesregierung, den Ausstoß des gefährlichen Treibhausgases Kohlendioxid bis 2005 um 25 Prozent zu mindern, in noch weitere Ferne. Bislang gebe es keine schlüssige Antwort darauf, wie das Klimaschutzziel bei einem Ausstieg aus der Kernenergie erreicht werden soll.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben