Gesundheit : 800 Jahre überwiegend friedliches Zusammenleben

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Deutsche und Tschechen haben in ihrer gemeinsamen Heimat beinahe achthundert Jahre lang überwiegend friedlich zusammengelebt. Nach dem Zerfall des Habsburgerreiches bildeten die historischen Provinzen Böhmen, Mähren und ÖsterreichischSchlesien, neben der heutigen Slowakei, die Kernländer der 1918 gegründeten Tschechoslowakischen Republik. Dieser neue Staat war in seiner ethnischen Vielfalt eine Miniaturausgabe des Habsburgerreiches. In ihm lebte eine wirtschaftlich und kulturell leistungsstarke deutsche Bevölkerung, die über drei Millionen zählte und somit beinahe ein Drittel der Einwohnerschaft der böhmischen Länder bildete. Sie hatte in den damaligen demokratischen Verhältnissen zwar gewisse Entfaltungsmöglichkeiten, aber es wurde ihr der Status eines mit den Tschechen und Slowaken gleichberechtigten Staatsvolkes vorenthalten. Das Ende des friedlichen Zusammenlebens wurde mit der Errichtung von Hitlers „Protektorat Böhmen und Mähren“ eingeläutet und in den Jahren 1945/46 mit der Vertreibung beinahe aller Bewohner deutscher Zunge unwiederbringlich vollzogen.

Literaturhinweise zum Thema : Lexikon deutschmährischer Autoren, hrsg. von Ingeborg Fiala-Fürst, Jörg Krappman, Olomouc/Olmütz, 2002. – Tomáš Stanek: Verfolgung 1945. Die Stellung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien (außerhalb der Lager), Wien 2002. – Lenka Brázdilová: Ethnographie der Wischauer Sprachinsel, München 2004.

Informationen über das Projekt „Verschwundenes Sudetenland /Zmizelé Sudety“ in deutscher und tschechischer Sprache unter www.zmizelesudety.cz R. Szkl.

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