Gesundheit : Aber Gewerkschaften sprechen sich für neues Dienstrecht aus

Der Deutsche Hochschulverband, der die Interessen von 17 500 Professoren und Privatdozenten an den Universitäten vertritt, hat die von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn geplante Dienstrechtsreform kritisiert. Unter anderem hatte die Expertenkommission Ministerin Bulmahn den Wegfall der Habilitation empfohlen. Die Standesvertretung der Professoren erklärte hierzu in einer Mitteilung: Wenn der Juniorprofessor mit dem Recht auf selbstständige Forschung und Lehre eingeführt werden solle, dann sei das nichts anderes als die Wiederbelebung der Assistenzprofessur. Dieses Modell sei bereits in den siebziger Jahren gescheitert. Die Expertenkommission gehe Luftschlössern nach, wenn sie erwarte, dass die erwünschten 6000 Juniorprofessoren künftig das für eine selbstständige Forschung benötigte Geld von den Ländern bekämen.

Völlig unakzeptabel sei es, durch die Junior-Professur die bewährte Personalstruktur mit wissenschaftlichen Assistenten und Hochschuldozenten zu ersetzen. Statt den wissenschaftlichen Nachwuchs behutsam in der persönlichen Verantwortung eines erfahrenen Hochschullehrers an den Professorenberuf heranzuführen, solle eine Billigprofessur eingeführt werden, für die in den Fakultäten letztlich niemand die Verantwortung trage.

Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) forderten in einer gemeinsamen Erklärung, eine Reform der Personalstruktur müsse alle Beschäftigten an Hochschulen und Forschungseinrichtungen einbeziehen. Im Gegensatz zu den Vorschlägen der Expertenkommission fordern die Gewerkschaften ein einheitliches Grundgehalt für die Professoren an den Universitäten und Fachhochschulen. Die Differenzierung könne dann bei den Leistungszuschlägen geregelt werden.

Nach Meinung der Gewerkschaften sollten alle Beamtenverhältnisse an den Hochschulen abgeschafft werden, weil die angestrebten Reformen im Angestelltenverhältnis besser zu erreichen seien. Die Expertenkommission will dagegen gerade im Interesse einer bis zum Jahr 2002 schnell umzusetzenden Hochschulreform am Beamtenstatus festhalten und eine einheitliche Regelung für den gesamten Wissenschaftsbereich - von den Hochschulen bis zu den Forschungsinstituten - einer späteren Reform vorbehalten.

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