Gesundheit : Abwählen nicht möglich

Mecklenburg-Vorpommern schafft Leistungskurse ab

Andreas Frost

Ohne eine bestandene Prüfung in Deutsch und Mathematik soll künftig kein Schüler in Mecklenburg-Vorpommern mehr das Abitur bekommen. Das sieht eine Verordnung vor, die jetzt Bildungsminister Hans-Robert Metelmann (parteilos) vorgeschlagen hat. Damit verabschiedet sich das Land von Leistungskursen und Kurssystem der reformierten Oberstufe.

Je vier Pflichtstunden pro Woche in sechs „Kernfächern“ sieht Metelmanns Vorschlag vor. Hinzu kommen neun weitere Wochenstunden in Fächern, die – anders als jetzt – von den Schülern  nur noch in einem sehr begrenzten Rahmen auswählbar sind. Der Unterricht soll „weitgehend im Klassenverband stattfinden“, auch um die „Sozialkompetenz der Schüler“ zu stärken, so Metelmann. Betroffen von der neuen Abitur-Ordnung wären alle Gymnasiasten, die jetzt in der 10. Klasse sind. „Wir wollen die Schüler besser auf ein Studium vorbereiten“, sagte der Minister. Der neue Weg zum Abitur verlange von den Schülern auch mehr Selbstdisziplin, da sie ungeliebte Fächern nicht mehr abwählen können.

Zu den Kernfächern zählen neben Mathe und Deutsch Geschichte, eine Fremdsprache und eine Naturwissenschaft. Je zwei Wochenstunden Pflichtunterricht soll es in Religion oder Philosophie, Musik oder Kunst sowie in Sport geben. Hinzu kommen rund fünf Wochenstunden, die der Schüler aus den letztgenannten Fächern sowie Geographie, Sozialkunde, Informatik und Arbeit-Wirtschaft-Technik wählt.

Da die Gymnasiasten demnächst wieder nach zwölf Schuljahren das Abitur machen sollen, müssen sie pro Semester 35 Wochenstunden büffeln. Die bisherigen freiwilligen „besonderen Lernleistungen“ und die nicht zu benotenden Projektkurse entfallen. Um das Abitur zu bestehen, müssen die Schüler fünf statt bisher vier Prüfungen ablegen. Außerdem fließen in die Abiturnote die Leistungen in allen Hauptfächern und den weiteren Pflichtfächern ein.

Damit werde auch das Überleben kleinerer Gymnasien in dem großen aber bevölkerungsarmen Flächenland gesichert, weil sie nicht mehr so viele Kurse für die Schüler anbieten müssten. Claudia Hartwig, Vorsitzende des Landeselternrates, reagierte positiv. Es sei wichtig, die Grundkenntnisse der Schüler zu verbessern. Auch die im Schweriner Landtag oppositionelle CDU begrüßte die Reform. Einen ähnlichen Weg wie die Schweriner SPD/PDS-Landesregierung haben Sachsen-Anhalt sowie Baden-Württemberg eingeschlagen.

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