Gesundheit : Affen-Punks vom Berg Rungwe Neue Gattung

in Tansania entdeckt

Ulrike Koltermann (dpa)

Sie haben lustige Haarbüschel auf dem Kopf und geben bellende Laute von sich. So hatten Einwohner des Hochlands von Tansania einer Gruppe von Forschern die einheimischen Affen geschildert. Im vergangenen Sommer stießen nun zwei Teams auf die wissenschaftlich bisher nicht beschriebenen Tiere. Mittlerweile heißen die in Rudeln in Baumkronen lebenden Affen „Rungwecebus kipunji“, wie Autoren um Tim Davenport von der tansanischen Wildlife Conservation Society online im Fachblatt „Science“ berichten. Der Berg Rungwe, an dem die Affen erstmals beobachtet wurden, diente als Namensgeber.

Es ist das erste Mal seit mehr als 80 Jahren, dass eine neue Affengattung in Afrika entdeckt wurde. Biologische Gattungen fassen die am nächsten verwandten Arten zusammen und grenzen sie gegen entferntere Verwandte ab.

Ein Affenmännchen, das in der Falle eines Bauerns umgekommen war, wurde in die USA geflogen. Die Forscher untersuchten den Schädel, Knochen, Haut und Muskelfleisch. Mit Hilfe einer Erbgutanalyse fanden sie heraus, dass die Affen nicht – wie zunächst vermutet – mit den Mangaben verwandt sind. Näher stehen sie den Pavianen, zu denen es aber deutliche Unterschiede im Körperbau gibt.

In die Freude über die Entdeckung mischt sich Sorge um das Überleben der nur etwa 1000 Tiere umfassenden Art. Natürliche Feinde sind Adler und Leoparden, noch mehr machen Menschen den scheuen Tieren zu schaffen. Zum einen werden sie gejagt, zum anderen werden die Wälder, in denen sie leben, weiter abgeholzt.

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