Gesundheit : Alle tausend Jahre wieder

Die Gefahr durch Meteoriten wird überschätzt

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Am 28. Juni 1911 um 9 Uhr morgens verendete bei El Nakhla El Baharia (Ägypten) ein Hund. Er wurde, wie ein Augenzeuge berichtete, von einem Stein getroffen, der vom Himmel gefallen war, und war auf der Stelle tot. Ständig regnen kleine Steine aus dem Weltall auf die Erde. Doch Todesfälle durch Meteoriten sind ausgesprochen selten. Denn richtig große Brocken, die ganze Landstriche verwüsten könnten, treffen unseren Planeten nur etwa alle 1000 Jahre, wie Peter Brown und seine Kollegen von der kanadischen Universität von Western Ontario anhand von Satellitenmessungen ermittelt haben. Bisher waren Forscher davon ausgegangen, dass es alle 200 bis 300 Jahre zu derartigen Katastrophen kommt.

Die neuen Berechnungen basieren auf Daten des USVerteidigungsministeriums. Amerikanische Satelliten hielten zwischen 1994 und 2002 nach möglichen Atomwaffentests auf der Erde Ausschau. Sie registrierten in diesem Zeitraum 300 heftige Detonationen in der Erdatmosphäre. Dabei handelte es sich um Meteoriten, die in die dichte Lufthülle der Erde eingedrungen und kurz darauf unter Aussendung eines hellen Lichtblitzes explodiert waren. Aus der frei gewordenen Energie konnten die Forscher berechnen, dass die Gesteinsbrocken bis zu zehn Meter groß waren und damit die Ausmaße mehrgeschossiger Wohnhäuser hatten. Solche Meteoriten brechen noch in der Erdatmosphäre auseinander.

Auch der etwa 50 Meter große Meteorit, der 1908 über Tunguska in Sibirien niederging, zerplatzte in der Luft. Allerdings nur sechs Kilometer über dem Erdboden. Die Druckwelle verwüstete ein mehrere 100 Quadratkilometer großes, weitgehend unbewohntes Waldgebiet und mähte alle Bäume im weiten Umkreis nieder.

Brown kommt in der im Wissenschaftsmagazin „Nature" (Band 420, Seite 294) vorgestellten Studie zu dem Schluss, dass sich derart heftige Explosionen wie über Tunguska nur etwa alle 1000 Jahre ereignen. Von den Meteoriten geht demnach keine so große Gefahr aus wie bislang gedacht. tdp

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