Gesundheit : Alles, nur keine Routine

Gehirntraining hilft, geistig fit zu bleiben

Florian Oertel (gms)

Bundesweit bis zu 1,2 Millionen Menschen leiden nach Angaben der Deutschen Seniorenliga in Bonn an so genannten Hirnleistungsstörungen, und die Zahlen steigen. Allerdings müssen sich Betroffene nicht dem Schicksal ergeben, sondern können gegen den Gedächtnisschwund kämpfen. Dabei sollte mit dem Gehirn-Training bereits in jüngeren Jahren begonnen werden.

Schon 50-Jährige seien gut beraten, wenn sie ihr Gehirn stets ausreichend fordern, sagt Peter Sturm, Geschäftsführer der Gesellschaft für Gehirntraining in Ebersberg (Bayern). Selbst im Beruf sei dies oft nicht der Fall. „Spätestens beginnen sollten sie, wenn sie ins Rentenalter kommen“, rät Monika Rostock, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Gedächtnistraining in Siegen.

Wer sein Gehirn gezielt fit halten will, sollte nach Angaben von Hannjette Mosmann, Geschäftsführerin einer Privatschule für Gehirntraining im badischen Haslach, nach der so genannten ABCD-Methode vorgehen. „A“ stehe dabei für Arzneimittel, die jedoch nur im Ernstfall und nach Absprache mit einem Arzt eingenommen werden sollten. „B“ bedeute Bewegung, „C“ sei die Abkürzung für Cerebrales Training, also das eigentliche Gehirntraining, und „D“ steht Mosmann zufolge für Diät, also eine ausgewogene Ernährung.

Besonders große Bedeutung komme der Bewegung zu, sagt Sturm. Sie fördere die Durchblutung des Gehirns und damit dessen Leistungsfähigkeit. „Sehr geeignet ist Tanzen, für Senioren auch Sitztanz.“ Aber auch kleine Bewegungen, etwa Fingerübungen und sogar das Kauen von Kaugummi hätten einen positiven Effekt. Mosmann empfiehlt zudem Spaziergänge an der frischen Luft, weil auch die Versorgung mit Sauerstoff wichtig für die Hirnfunktionen sei.

Als Gehirntraining im eigentlichen Sinn eignet sich nach Angaben von Sturm prinzipiell „alles, was nicht Routine ist“: „Schreiben sie zum Beispiel mal eine kleine Notiz mit der linken Hand, falls sie Rechtshänder sind, oder drehen sie eine Zeitung auf den Kopf und lesen drei Absätze.“ Auf den Inhalt komme es dabei überhaupt nicht an. Monika Rostock zufolge sind auch Wortfeldübungen sinnvoll.

Tipps für Betroffene und Angehörige gibt die Broschüre „Die geistige Beweglichkeit erhalten“. Sie ist gratis und kann angefordert werden bei der Deutschen Seniorenliga, Gotenstraße 164, 53175 Bonn.

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