Gesundheit : Als Hilfskraft im Ingenieursbüro - Gucken, wo der Bau des Schwimmbads klemmt

Maren Peters

Es gibt Dinge, um die man sich einfach nicht drücken kann: Ablage, zum Beispiel. "Das sind manchmal richtige Berge von Papier", sagt Christian Flade, der sich zumindest damit trösten kann, dass er immer kleinere Mengen davon in Fächer ordnen muss, je länger er seinen Job macht. Über zwei Jahre arbeitet der 26jährige TU-Student mittlerweile als Hilfskraft in einem großen Ingenieurbüro, das vom ersten Baugutachten bis hin zur Terminüberwachung deutschlandweit so ziemlich alles umsetzt, was im Hoch- und Tiefbau ansteht. Egal, ob Autobahn, Kino oder Messehalle.

Christian Flade und seine etwa zehn studentischen Kollegen - ein Drittel davon sind Frauen - sind alle in ein bestimmtes Projekt eingebunden. "Davon hängt ab, was wir gerade machen. Zwischen Milchholen und Bauleitertätigkeit ist alles drin". Gearbeitet wird im Dreier-Team: Ein Projektleiter, ein Ingenieur und ein Student. Flades Team betreut zur Zeit den Bau einer großen Radsport- und Schwimmanlage. "Die letzten Ausbauten fehlen noch", sagt der Student des Wirtschaftsingenieurwesens. Gerade ist er dabei, eine neue Kostenübersicht zusammenzustellen.

Andere Kommilitonen , die ihren Job entweder über Mundpropaganda oder durch eine Aushang an der Uni gefunden haben, stellen Preisvergleiche für Gutachten an, oder erfassen im Nachhinein komplizierte Bauabläufe, um zu sehen, was man hätte besser machen können.

Flade selbst ist eher selten auf der Baustelle zugegen, vielleicht einmal im Monat. Er muss dann schauen, welche Fortschritte gemacht werden und herausbekommen, welche Firma hinterherhinkt. Liegt es am Material, das nicht geliefert wurde, am schlechten Wetter oder an der falschen Terminplanung? Die meiste Zeit verbringt der Student allerdings im Büro. Hier braucht er vor allem die üblichen Computerkenntnisse. "Meistens ist der Job schon sehr theoretisch", gibt Flade zu.

Was ihm gefällt, ist, dass er relativ selbständig arbeiten und sich die Zeit weitgehend selbst einteilen kann. An die Arbeitszeiten muss er sich dagegen schon halten: Morgens zwischen 8 und 9 Uhr geht es los, abends um 17 Uhr ist Schluss. Flade macht das im Schnitt an zwei Tagen pro Woche, wenn er Prüfungen hat - demnächst steht etwa das Vordiplom an - seltener. Einen Teil des Jobs kann er sogar auf seine Pflichtpraktika für das Studium anrechnen lassen: 34 Wochen muss er bis zum Hauptdiplom abreißen. Ansonsten, meint Flade, würden seine intimen Einblicke der Bauabläufe dem Studium aber eher vorgreifen. "Nur die Erfahrungen im Stahlbetonbau kann ich schon für das Grundstudium brauchen", meint er. Von den 20 Mark, die er hier pro Stunde verdient, mal abgesehen. Trotzdem: "Ich möchte am Ende des Studiums wissen, wo ich hin will", sagt er. Und um das herauszufinden, ist er, wie er findet, genau an der richtigen Stelle.

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